Nachhaltig einkaufen: Onlineshops für faire Mode

Wer schöne, nachhaltige Kleidung sucht, kann sich über eine große Auswahl freuen. Inzwischen gibt es eine wachsende Zahl von Modelabels, denen der Spagat zwischen einer nachhaltigen Produktion und der Kreation zeitgemäßer Looks gelingt. Diesen Herstellern liegt der verantwortungsvolle Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt ebenso am Herzen, wie die Fertigung langlebiger Produkte.

Damit das Entdecken dieser zahlreichen Eco Brands leichter fällt, listen wir im Folgenden zehn Fair Fashion Onlineshops auf, die eine vielfältige Auswahl an ökofairen Modemarken für Männer, Frauen und Kinder führen. Viel Vergnügen beim Stöbern und Eintauchen in eine grüne Mode-Welt!

AVOCADOSTORE

 

Der nachhaltige Onlineshop Avocadostore wurde 2010 gegründet, also in Zeiten, in denen ethischer Konsum gerade am Aufkommen war. Der Store hat damit wahre Pionierarbeit geleistet und den Weg für viele weitere Eco Onlineshops geebnet. Der „Online-Marktplatz für Fair Trade Kleidung & nachhaltige Produkte“ führt eine umfangreiche Auswahl an ökofairen Modelabels. Dazu zählen sowohl bekannte Eco Brands wie Armedangels, Bleed, Lana und Veja als auch Nischenmarken wie etwa Little Kiwi oder Bohemian Heads.

Unter der Rubrik „Avocado-Kriterien“ werden zu jedem Produkt umfangreiche Informationen bezüglich der verwendeten Materialien, der Herstellungsprozesse sowie zu Textilsiegeln aufgeführt. Das Produktportfolio reicht jedoch weit über Textilien hinaus und erstreckt sich von Naturkosmetik über Spielzeug und Elektronik, bis hin zu Genussmitteln. Die Betreiber des Stores legen größten Wert darauf, dass sämtliche Produkte unter fairen, sozialen, ressourcenschonenden und schadstoffreduzierten Bedingungen gefertigt werden. Grün, grüner, Avocado.

 

FOLKDAYS

 

Das von Lisa Jaspers gegründete Berliner Fair Fashion Label Folkdays vertreibt Fair Fashion und Lifestyle-Produkte, die unter fairen Bedingungen mit Kunsthandwerken aus aller Welt hergestellt werden. So stammen die hochwertigen und kunstvollen Kleidungsstücke, (Wohn-)Accessoires und Schmuckstücke aus Ländern wie Laos, Kambodscha, Marokko Kenia, Mexiko und Peru und erzählen jeweils ein Stück Landesgeschichte. Traditionelle und teils vom Aussterben bedrohte Verarbeitungstechniken fusionieren hier mit zeitgemäßen Design und verhelfen Kunsthandwerkern weltweit zu einer neuen Existenzgrundlage. Ziel ist es, die lokale Wirtschaft und Infrastruktur des jeweiligen Landes zu unterstützen. Deshalb fließen 10 Prozent der Verkaufserlöse zurück an die Manufakturen.

 

GLORE

 

Und noch ein Pionier: Der bereits im Jahr 2006 von Bernd Hausmann gegründete Eco Onlineshop Glore vereint ein Best-of an internationalen Eco Brands wie Knowledge Cotton Apparel, Nudie Jeans, Les Racines du ciel, Wunderwerk, Deepmello, Armedangels, Ekn Footwear, Haikure, Mandala, Suite 13 und Elsien Gringhuis. Hier finden sich neben einer großen Fair Fashion-Auswahl für Frauen, Männer und Kinder auch Yoga- und Swimwear, Accessoires, Naturkosmetik sowie Schmuck und Lifestyle-Produkte. Der Schwerpunkt liegt auf lässiger und unkomplizierter Streetwear. Weil das visionäre Webshop-Konzept extrem erfolgreich ist, gibt es inzwischen auch sechs Green Fashion Concept Stores – und zwar in den Städten Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Augsburg, München und Luzern. Perfekt für Freunde des analogen Shoppens.

 

GREENALITY

 

Wie der Name bereits vermuten lässt, führt der Onlineshop Greenality ausschließlich nachhaltige Produkte im Sortiment. Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern „Green“ und „Mentality“ zusammen, was die Philosophie des Shops ziemlich gut auf den Punkt bringt. Und so findet sich im Store eine großzügige Auswahl an Eco Brands für Männer, Frauen, Babys und Kindern. Vertreten sind Labels wie Goodsociety, Eyd, Patagonia, People Tree oder Jan ’n June. Sämtliche Produkte sind fair produziert und bestehen aus ressourcenschonenden Materialien wie Bio-Baumwolle und Naturkautschuk. Und da Shop-Gründer Markus Beck Transparenz ganz besonders am Herzen liegt, gibt’s ergänzend zum Shop den Greenality Movement Blog, der Kunden und Interessierte über Textilsiegel und unterschiedliche Naturmaterialien aufklärt. Die Vision von Greenality lautet: „Mit kleinen Dingen großes bewirken“.

 

GRÜNE ERDE

 

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Das österreichische Unternehmen Grüne Erde gibt es bereits seit knapp 35 Jahren. Von Beginn an hat Firmengründer Karl Kammerhofer großen Wert auf ein verantwortungsvolles Unternehmertum gelegt. Sein erstes Produkt, das den Grundstein für eine nachhaltige Marke gelegt hat, war eine Naturmatratze mit dem wohlklingenden Namen Weiße Wolke. „Das duftende Orginal“ gibt es noch heute.
Inzwischen verfügt das nachhaltig, sozial und ökologisch engagierte sowie preisgekrönte Unternehmen nicht nur über ein Dutzend Ladengeschäfte in Österreich und Deutschland, sondern über einen gut sortierten Onlineshop. Dessen Angebot erstreckt sich von eigens produzierten Naturmatratzen, Möbeln, Wohnaccessoires, über Naturkosmetik sowie über ein umfangreiches Angebot an zeitloser ökofairer Mode für Erwachsene und Kinder. Grüne Erde engagiert sich aktuell aktiv im Rahmen der „Fridays for Future“-Demonstrationen, zudem hat sich Unternehmen zum Ziel gesetzt, bis 2022 komplett auf Plastik zu verzichten. Außerdem soll bis 2028 eine CO2-neutrale Produktion erfolgen. Grüne Erde setzt sich also buchstäblich für eine grünere Erde ein.

 

HIITU

 

Das Label Hiitu und der dazugehörige Onlineshop wurden 2015 von den Schwestern Rosalie und Carlotta Cramer-Klett ins Leben ins Leben gerufen. Ähnlich wie Folkdays auch, fertigen die beiden süddeutschen Unternehmerinnen in Kollaboration mit weltweiten Kunsthandwerkern ebenso hochwertige wie originelle Handtaschen, Schmuck- und Kleidungsstücke sowie Accessoires. Auf die Weise entstehen außergewöhnliche und kulturübergreifende Produkte wie etwa der Filzhut „Orient x Okzident“, der von einem Wiener Hutmacher gefertigt wird und dessen Hutband aus Sabra, einem typischen Material für marokkanische Kaftan, geflochten ist. Sämtliche Fabrikate zeichnen sich durch eine aufwendige Verarbeitung, liebevolle Details, die Verwendung natürlicher und verantwortungsbewusst bezogener Materialien sowie durch Langlebigkeit aus.

 

LOVECO

 

Loveco führt ökofaire Labels wie Kings of Indigo, Miss Green, Lanius und Recolution für Männer und Frauen und bietet dabei gezielt eine vegane Produktauswahl an, die komplett frei von tierischen Produkten ist. Zudem hat sich Shop-Betreiberin Christina Wille die Themen Aufklärung und Transparenz auf die (grünen) Fahnen geschrieben und klärt in der Rubrik „Ratgeber“ über die Bedeutung von veganer, nachhaltiger und biologischer Mode sowie über Siegel und Zertifikate auf. Ein nachhaltiges Gesamtkonzept.

 

MOEON

 

Der von Sonja Lotz geführte Onlinestore Moeon vereint eine feine Auswahl internationaler Fair Fashion Brands wie Cossac, Kvinna, Langer Chen, Nine to Five und Toino Abel sowie das hauseigene Label Moeon Studio. Sämtliche Brands produzieren nicht nur ecofair, sondern zeichnen sich vor allem durch ein ausgeprägtes Style-Gespür aus, und stehen herkömmlichen Brands in nichts nach. Im Gegenteil – sie sind ihnen einen guten Schritt voraus. Das Sortiment richtet sich an Frauen und Männer und reicht von Apparel über Schuhe, Accessoires und Schmuck. Auch der Webshop selbst ist – passend zum fein kuratierten Markenportfolio – sehr ansprechend gestaltet. Für alle, die demnächst einen Trip nach Berlin planen (oder dort wohnhaft sind): In Berlin-Kreuzberg gibt’s zusätzlich zum Webshop ein hübsches Ladengeschäft.

 

THE WEARNESS

 

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Die Gründerinnen des Online-Shops The Wearness haben sich ganz bewusst auf ethische Luxusmode spezialisiert – ein Nischenmarkt, der seit einigen Jahren wächst und in Zukunft weiter wachsen dürfte. Denn inzwischen erkennen auch renommierte Couture-Häuser wie Dior, dass Nachhaltigkeit, Klimawandel, Umweltschutz und Menschenrechte Themen sind, die sie nicht länger ignorieren können. Bis die großen Marken soweit sind, können sie sich ein Beispiel an ökofairen Luxusmarken wie Alina Schürfeld und Buki Akomolafe nehmen.

Schürfeld ist eine Hamburger Designerin, die hochwertige Schuhe aus pflanzlich gegerbtem Leder und Lachsleder herstellt. Die in Berliner Designerin Akomolafe hat nigerianische Wurzeln und fusioniert typische westafrikanische Prints und Quilts mit modernen Silhouetten. Beides sind Labels, die neben zahlreichen anderen, fein selektierten ökofairen Luxusmarken bei The Wearness zu finden sind. Der Onlineshop wurde 2017 von den beiden Modejournalistinnen Jennifer Dixon und Julia Zirpel, sowie der Unternehmerin Guya Merkle ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, einen Raum zu schaffen, in dem Handwerk, Langlebigkeit, Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz Platz finden und Mode wieder die Wertschätzung erfährt, die sie verdient. Das Shop-Angebot richtet sich sowohl an Frauen als auch an Männer.

 

WERTVOLL BERLIN

 

Nomen est omen: Der Online Shop von Wertvoll Berlin führt fairgehandelte und ökologische Bekleidung und Accessoires für Männer und Frauen von Labels wie Ecoalf, Annette Rufeger, Maska, Aiku, Ting Goods und Ombre Claire. Denn die Begründer wissen: „Kleidung ist mehr als ein Stück Stoff. Kleidung hat immer auch mit Menschen zu tun. Und mit der Umwelt, in der sie entsteht und getragen wird.“ Und so legen sie bei der Produktauswahl auf eine ansprechende Optik mindestens ebenso viel Wert wie auf Inhalte. Im Fokus stehen sozialverträgliche Herstellung, lokale Produktionen, umweltfreundliche Materialen und Verarbeitungsprozesse sowie Zertifizierungen. Die „wertvollen“ Stücke sind teils in Handarbeit gefertigt und dafür konzipiert, dass sie den Träger für eine lange Zeit durchs Leben begleiten – das pure Gegenteil also von Fast Fashion. Auch von Wertvoll gibt’s einen analogen Store – und zwar in Berlin-Prenzlauer Berg.