Graue und blaue Jeans liegen nebeneinander

Nachhaltige, vegane und faire Jeans: Öko-Denim-Marken

Jeans sind zeitlose Klassiker und überall beliebt. Was jedoch kaum jemand weiß: Die Produktion einer einzigen Jeans verbraucht rund 7000 Liter Wasser. Diese Marken machen nachhaltige und faire Jeans.

Bei der Verarbeitung von Denims aus konventioneller Baumwolle kommen gefährliche Pestizide und massenhaft giftige Chemikalien zum Einsatz. Ganz zu schweigen von absurden Lieferketten und den quer über die Kontinente verteilten Produktionsschritten sowie der Ausbeutung der weltweiten Textilarbeiter. Doch es gibt inzwischen zahlreiche Hersteller, die nachhaltige und faire Jeans anbieten, welche herkömmlichen Jeans in nichts nachstehen. Im Gegenteil – sie sind ihnen einen guten Schritt voraus. 

Beim Kauf einer nachhaltig und fair produzierten Jeans gilt es, unterschiedliche Kriterien zu beachten. Im Idealfall finden sich auf den Webseiten der jeweiligen Hersteller explizite Auskünfte. Über die genaue Herkunft der Biobaumwolle, über die Standorte der Produktionsstätten sowie die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards. Grundsätzlich gilt: Je transparenter der Aufritt eines Unternehmens, desto weniger hat es zu verbergen. Den besten Aufschluss über die Bemühungen der Unternehmen, nachhaltige Materialien zu verwenden, sowie soziale und ökologische Standards einzuhalten, liefern Siegel. 

Wer es genau wissen will: In unserem Überblick bringen wir Licht in den Siegel-Dschungel und verraten, welches Label für welche Kriterien steht. Im Folgenden stellen wir 15 Labels vor, die nachhaltige, vegane und faire Jeans im Angebot haben.

Armedangels: Vegane Jeans ohne Lederpatches

 Das Kölner Label Armedangels hat wahre Pionierarbeit geleistet. Seit seiner Firmengründung in 2007 setzt das Brand von Martin Höfeler, das seit 2015 auch Mitglied der Fair Wear Foundation ist, auf nachhaltige und faire Produktionsbedingungen und verwendet neben nachhaltigen Materialen wie Tencel und Modal unter anderem Biobaumwolle für seine Kollektionen. Statt – wie bei herkömmlichen Denims üblich – giftiges Chlor und schädliches Kaliumpermanganat für Bleaching-Effekte und Co. zu verwenden, setzt Armedangels auf moderne Techniken wie Laser oder Ozon-Behandlung. Die DetoxDenims des Fair Trade-zertifizierten Labels sind GOTS-zertifiziert und werden in der Türkei produziert. Die Jeans sind vegan, denn die Patches entstehen aus Papier, statt wie sonst aus Leder.

Bleed: Ökologisch, vegane und faire Jeans

Das süddeutsche Familienunternehmen Bleed steht für lässige und langlebige Sport- und Streetwear, die ökologisch, vegan und fair produziert ist. So auch die schlichten Denims, die aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle gefertigt und mit veganen Patches versehen sind. Neben möglichst nachhaltigen, ressourcensparenden Fertigungsprozessen liegt dem Brand vor allem auch soziales Engagement und die Unterstützung ihrer Region Oberfranken am Herzen. Kein Wunder, dass der Respekt gegenüber der Umwelt so ausgeprägt ist – die Label-Betreiber selbst sind leidenschaftliche Naturliebhaber und frönen unter anderem dem Longboarden und Klettern.

Fairjeans: Nachhaltige Jeans aus Freiburg

 

Nachhaltige Jeans-Fairjeans

Das Freiburger Unternehmen Fairjeans legt großen Wert auf eine „faire und vertrauensvolle, langfristige Zusammenarbeit“ mit den an der Herstellung beteiligten Produzenten. Das Label bietet faire Jeans aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle aus der Türkei an. Die komplette Produktion erfolgt in Europa: Die Stoffe werden in einer GOTS-zertifizierten Weberei in der Türkei hergestellt, die Nieten und Knöpfe stammen aus Italien. Fairjeans produziert die Denims in einem GOTS-zertifizierten Betrieb in Polen. Die Labels und Etiketten stammen aus Deutschland. Used-Look-Veredelungen gehen auch durch umweltfreundliche Verfahren – wie etwa durch Sauerstoffbleiche.

Geniestreich: Jeans aus Handarbeit in Deutschland

 

Der Name ist Programm: Für seine Jeans verwendet das Bielefelder Label Geniestreich GOTS-zertifizierte Biobaumwolle aus der Türkei und Indien sowie recycelte Baumwolle. Der Geniestreich: Auf Sandstrahlen und chemisches Bleichen wird bewusst verzichtet, stattdessen kann der Kunde die Nähte, Stoffe und Farben individuell auswählen. Auf Wunsch werden per Lasertechnik auch das Logo und der Firmenname aufgebracht oder bestickt. Die nachhaltigen Jeans sind in Handarbeit in Deutschland hergestellt, es gibt sie in diversen Schnitten für Männer und Frauen. Wer mag, kann selbst an sich Maß nehmen (oder Maß nehmen und sich am Telefon lassen) und passgenaue Geniestreich-Jeans anfertigen lassen.

Goodsociety: Vegane Jeans made in Italien

Das 2007 in Hamburger gegründete Brand Goodsociety produziert seine Jeans – von der Garn- und Stoffherstellung bis zur Veredlung – komplett in Italien. Neben der GOTS-zertifizierten Biobaumwolle, die das Hamburger Unternehmen aus Indien, Pakistan und der Türkei bezieht, ins Italien. Neben GOTS-zertifizierter Biobaumwolle kommen ausschließlich vegane Materialien zum Einsatz. Das Label verzichtet bei der Produktion nach Möglichkeit auf Chemie. Zudem trägt das Label zur Verringerung von CO2-Emissionen bei und fördert in Kooperation mit der Umweltschutz-Organisation Treedom den Wiederaufbau von bedrohten Waldbeständen. 

Haikure: Alle Produktionsschritte im QR-Code

Lust auf etwas ausgefallenere Denim-Pieces, beispielsweise auf eine multifunktionale Latzhose, dessen Träger sich abnehmen lassen oder auf Camouflage-Effekte, die mit Lasereffekt hergestellt wurden? Dann dürfte das italienische Denim-Label Haikure genau die richtige Wahl sein. Die Denims hier entstehen nämlich aus GOTS- zertifizierter Biobaumwolle, die aus der Türkei stammt. Zudem arbeitet Haikure mit der NGO Made-By zusammen, um die ökologischen und sozialen Bedingungen in der Modeindustrie zu verbessern. Damit der Kunde die einzelnen Produktionsschritte und die Herkunft der Materialien zurückverfolgen kann, sind die Denims für Männer und Frauen mit QR-Codes versehen. Der Name Haikure leitet sich übrigens aus der traditionellen japanischen Gedichtform Haiku ab – diese Mikro-Gedichte sind meist von der Natur inspiriert. 

Hessnatur: Nachhaltige Jeans seit 1976


Hier haben wir es mit den Pionieren schlechthin zu tun: Das 1976 gegründete Naturtextilienversandhaus Hessnatur verwendet seit Firmengründung (also zu Zeiten, in denen das Wort Nachhaltigkeit noch ein Fremdwort war) ressourcenschonende und biologische Materialien. Zudem legt das Traditionsunternehmen großen Wert auf soziale und faire Arbeitsbedingungen und fördert nachhaltige Projekte wie etwa den Biobaumwoll-Anbau in Burkina Faso. Das Jeans-Angebot für Frauen, Männer und Kinder ist ebenso vielfältig wie zeitlos.

Kings of Indigo: Öko-Jeans aus recycelter Baumwolle

 

Das in Amsterdam beheimatete Label Kings of Indigo, kurz K.O.I., setzt nicht nur auf coole Designs (vorwiegend in sattem Indigoblau), sondern ebenso auf umweltfreundliche Waschungen und Veredelungen. Für seine Denims verwendet das Label ressourcenschonende Materialien wie recycelte Baumwolle und Biobaumwolle. Inzwischen kreiert K.O.I. auch vegane Denims, die ohne Leder-Patches auskommen. 

Kuyichi: Faire Jeans aus Biobaumwolle

Das 2000 gegründete Label Kuyichi kommt ebenfalls aus den Niederlanden und fertigt (unter anderem) super lässige Denims aus Biobaumwolle in diversen Schnitten und Waschungen an. Das Label ist aus der NGO Solidaridad erwachsen und Mitglied der Fair Wair Foundation. Die Denims fertigt das Label überwiegend aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle, zudem enthalten einige Modelle recycelte Baumwolle.

Monkee Genes: Unisex-Jeans aus Biobaumwolle

Seit 2006 stellt das britische Label Monkee Genes in Kooperation mit der Soil Association (Mitbegründer des GOTS-Standards) Unisex-Jeans her, die nicht nur lässig aussehen, sondern auch überaus erschwinglich sind. Die Hosen werden aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle unter fairen Bedingungen in Indonesien und der Türkei produziert. 

Mud Jeans: Vintage-Denims & gemietete Jeans

Der dritte niederländische Label-Streich folgt zugleich: Mud Jeans fertigt nicht nur zertifizierte Bio-Jeans aus Organic Cotton, sondern verarbeitet auch Vintage-Denims zu neuen, zeitgemäßen Jeans. Kunden könnne die Jeans können übrigens – ganz im Sinne der Minimalismus-Bewegung – nicht nur kaufen, sondern auch mieten. Das „Lease a Jeans“-Konzept macht’s möglich. 

Nudie Jeans: Nachhaltiges Label mit Recycling-Linie

Das Workwear-Denimlabel Nudie Jeans wurde 2001 im schwedischen Göteborg gegründet und ist inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und erfreut sich vor allem in der urbanen Streetwear-Szene größter Beliebtheit. In der Jeans-Produktion kommt ausschließlich Biobaumwolle zum Einsatz. Neben seinen ungewaschenen Dry Denims, sowie den Black und Blue Denims führt das Label auch eine Recycling-Linie. Hier bereitet man kaputte Jeans auf und verwandelt sie in neue Produkte. Diese restaurierten Produkte tragen allesamt das schwedische Umweltsiegel „Gute Umweltwahl“. Die Preise fangen bei 110 Euro für Männer und Frauen an. 

LOVJOI: Nachhaltige Waschungen und Natural Indigo 

 

Das 2014 gegründete süddeutsche Label Lovjoi fertigt seit einiger Zeit nicht nur nachhaltige Dessous, sondern auch fair produzierte Denims. Die Jeans werden aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle hergestellt, und auch die Waschungen sorgen dafür, dass der ökologische Fußabdruck bei der Herstellung möglichst klein bleibt: Auf umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien wie Kaliumpermanganat sowie auf einen maßlosen Verbrauch von Wasser wird bewusst verzichtet. Stattdessen setzt das Label auf ressourcenschonende Laser-Veredelungen. Zudem kommt der natürliche Farbstoff Indigo zum Einsatz, der unter strengsten ökologischen Richtlinien verwendet wird. Der gesamte Herstellungsprozess der Denims wird laut Gründerin Verena Benz-Paul regelmäßig auf seine Umweltverträglichkeit hin überprüft. Die nachhaltig produzierten Jeans sind über den Thokktokkmarket zu beziehen.

Patagonia: Fair-Trade-Jeans ohne Bleaching

Der Pionier der fairen und nachhaltigen (Outdoor-)Bekleidung darf in dieser Auflistung natürlich nicht fehlen: Das kalifornische Unternehmen Patagonia wurde 1973 vom passionierten Bergsteiger Yvon Chouinard gegründet und verfolgt seit jeher das Ziel, der Natur Respekt zu zollen und nachhaltige und langlebige Produkte herzustellen. Deshalb setzt Patagonia auf ebenso innovative wie umweltschonende Herstellungsverfahren. Die Fair Trade-zertifizierten Jeans von Patagonia bestehen aus Biobaumwolle. Das Label verzichtete außerdem komplett auf anschließende Veredelungen wie Bleaching. Stattdessen gibt’s schlicht zeitlose indigoblaue Denims. 

Wunderwerk: Jeans aus GOTS zertifizierter Baumwolle

Das Düsseldorfer Eco Label Wunderwerk hat sich eine biologische, ressourcenschonende und umweltgerechte Produktion auf die Fahnen geschrieben. Das 2012 von Heiko Wunder und Tim Brückmann gegründete Brand führt unter anderem eine Vielzahl an Jeanshosen in zahlreichen Passformen und Waschungen für Männer und Frauen, die zum größten Teil aus GOTS zertifizierter Baumwolle produziert werden. Die Veredelungen erfolgen ebenfalls auf umweltgerechte Weise. Aus diesem Grund wird auf umweltschädigende Stoffe wie Chlor und Kaliumpermanganat verzichtet. Die meisten Modelle sind vegan, Nieten und Knöpfe sind frei von Nickel. 

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Text Lesley Sevriens