Hellblaue vegane Schuhe stehen auf der Erde

Faire und vegane Schuhe – die schönsten Marken und Shops

Sie verwenden umweltfreundliche Rohstoffe und setzen sich für faire Arbeitsbedingungen ein. Hier stellen wir die spannendsten nachhaltigen Labels und Shops für faire und vegane Schuhe vor.

Wer guten Gewissens durchs Leben spazieren möchte, für den gibt es inzwischen zahlreiche innovative Schuhhersteller. Solche, die internationalen Großkonzernen einen guten Schritt in punkto Style und Karma voraus sind. Wir haben nachhaltige Schuhmarken und -shops, die gut Materialien wie Naturkautschuk, Hanf, Biobaumwolle oder chromfrei gegerbtes Leder verwenden. Und sich zudem für eine faire Produktion einsetzen.

Avesu: Das nachhaltige Zalando

Der Onlineshop Avesu für faire und vegane Schuhe

Den Anfang in diesem Guide macht kein Label, sondern ein Webshop, der sich auf nachhaltige, fair produzierte und vegane Schuhe spezialisiert hat: Avesu vereint eine vielfältige Auswahl an veganen Schuhen für Männer, Frauen und Kinder. Hier finden sich sämtliche Brands, die in der Eco-Branche Rang und Namen haben wie etwa Bleed, Lunge, Nemanti, Nae und Vegetarian Shoes. Die angebotenen Schuhe bestehen aus umweltfreundlichen Materialien wie Biobaumwolle, Naturkautschuk, Hanf, Bambus sowie aus Recyclingstoffen. Dabei erstreckt sich das Angebot von Sneakern über Pumps und Stiefeletten bis hin zu Outdoor-Schuhen. Tipp für alle, die gerne vor Ort Schuhe an- und ausprobieren: In Berlin-Prenzlauer Berg und Berlin-Friedrichshain gibt es jeweils einen Avesu Store.

Bahatika: Vegane Schuhe made in Spanien


Faire und vegane Schuhe-Bahatika

Veganerinnen aufgepasst: Das österreichische Schuhlabel Bahatika
verzichtet bei der Fertigung seiner Schuhe ganz bewusst und konsequent auf die Verwendung von Materialien tierischen Ursprungs. Schließlich gibt es viele tolle Alternativen – etwa Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder Kork. Und auch Kunstleder, das echtem Leder täuschend ähnlich sieht, wird für viele der Bahatika-Schuhe und -Sneaker als Material verwendet. Sämtliche Schuhmodelle sind in Wien gestaltet und anschließend in spanischen Traditionsbetrieben produziert. Neben einem zeitgemäßen Look liegt den Gründern vor allem auch ein hoher Tragekomfort am Herzen. Männer kommen bei Bahatika leider noch nicht auf ihre Kosten.

Be Free Shoes: Vegane Sneaker für Frauen und Männer
Die Website von dem veganen Schuhersteller Be Free Shoes

Freiheit to go: Das ebenfalls vegane Sneakerlabel Be Free Shoes legt ebenso großen Wert auf Transparenz wie auf kurze Produktionswege. So stammen sämtliche der verwendeten Rohstoffe (etwa für Obermaterial, Futtermaterial, Sohle) aus Europa, nämlich aus Spanien, Italien und Portugal. Gefertigt werden die Sneaker in einer Manufaktur im portugiesischem Porto. Für das Obermaterial wird veganes Microvelours mit Recyclinganteil aus Italien verwendet, als Futtermaterial kommt ein atmungsaktives, veganes Textil aus Spanien zum Einsatz, die Gummisohlen enthalten 30 Prozent Recyclinganteil und die Schnürsenkel werden aus Tencel hergestellt. Die lässigen Sneaker sind in verschiedenen Farben jeweils als Low- und High-Cut-Variante für Männer und Frauen erhältlich.

Doghammer: Nachhaltige Wanderschuhe, Sandalen und Outdoor-Sneaker aus Kork


Faire und vegane Schuhe-Doghammer

Natur verpflichtet: Maximilian Hundhammer und Max Drexlmaier, die beiden Gründer des Rosenheimer Schuhlabels Dodhammer sind in den Bergen zu Hause. Lange waren die naturverbundenen Freunde auf der Suche nach einer outdoortauglichen Sandale. Und zwar nach einer Sandale, die einerseits für luftiges Fußklima sorgt und zugleich festen Halt bietet. Aus diesem Bedürfnis heraus entstand schließlich der erste Zehentrenner von Doghammer – und zwar in Zusammenarbeit mit einer Rosenheimer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Die Mission des süddeutschen Unternehmens ist es, einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Deshalb setzt das Label auf eine faire Produktion in Europa und in Rosenheim, auf kurze Transportwege sowie auf den Einsatz von Natur- und Recyclingmaterialien. So verwendet Doghammer für die Fertigung seiner Schuhe gebrauchte und recycelte Weinkorken, Schafswolle für die Hüttenschuhe (denn diese hat natürliche wärmeregulierende Eigenschaften), Kokosfasern sowie recycelte PET-Flaschen, Verschnittreste von Skisteigfellen und Abfälle aus der Sohlenproduktion. Die Produktion der Schuhe findet in einem familiengeführten portugiesischen Betrieb statt – auf die Weise fusionieren die beiden Gründer Tradition und Innovation sowie Funktionalität und Nachhaltigkeit. Das Ergebnis sind Schuhe, die für Mensch und Umwelt bequem sind.

Ekn Footwear: Nachhaltige Schuhe made in Portugal


Faire und vegane Schuhe-EKN

Mit seinen Produkten liefert das Frankfurter Label Ekn Footwear den besten Beweis dafür, dass Nachhaltigkeit, Bequemlichkeit und Style eine perfekte Allianz miteinander eingehen können. Oder wie es Labelgründer Noel Klein-Reesink sagt: Walking clean in a dirty world“. Und so sehen die Schuhe und Accessoires für Männer und Frauen nicht nur sehr schlicht und zeitgemäß aus, sondern sie werden aus ressourcenschonenden Materialen und unter fairen Bedingungen in Portugal gefertigt. Statt also den Markt mit weiterer Fast Fashion zu fluten, setzt Ekn Footwear lieber auf langlebige Produkte. Diese werden in begrenzten Stückzahlen und losgelöst von Trends fabriziert. Kein Wunder, dass Noel Klein-Reesink den sozial und politisch engagierten Max Herre (sowie weitere Prominente) für sein ambitioniertes Unterfangen begeistern konnte. In regelmäßigen Abständen entstehen Schuhmodelle (Sneaker, Sandalen und Lederschuhe) in Kooperation mit dem Musiker.

Ethletic: Vegane Schuhe mit Fairtrade-Siegel


Der Onlineshop Ethletic für vegane Schuhe

Ethletic steht seit 2007 für fair gehandelte und umweltschonend hergestellte Sneaker. Die beiden Gründer James Lloyd und Martin Kunz waren die ersten, die Sneaker aus fair gehandelter Biobaumwolle – ausgezeichnet mit dem offiziellen Fairtrade-Gütesiegel – auf den Weltmarkt gebracht haben. Um Mensch und Umwelt Respekt zu zollen, werden ausschließlich Biobaumwolle und Naturkautschuk aus nachhaltigem Plantagenanbau verarbeitet. Ethletic verzichtet konsequent auf den Einsatz von Pestiziden und giftigen Chemikalien. Zudem kommen Ethletic Sneaker ohne tierische Inhaltsstoffe aus und sind zu 100 Prozent vegan. 

Die Produktionsbetriebe befinden sich in Sri Lanka und Pakistan, in denen die fairen und nachhaltigen Arbeitsbedingungen regelmäßig überprüft und verbessert werden. Darüber hinaus wurde im November 2015 das erste Biobaumwoll-Kollektiv im pakistanischen Multan gegründet. Das baut  Baumwolle nach den Fairtrade-Prinzipien an und macht sie auch für andere Abnehmer (wie etwa Karma Classics) zugänglich. Denn die Gründer wissen: Sharing is caring. Mittlerweile erstreckt sich das Ethletic-Sortiment vom Canvas-Sneaker, über diverse High- und Low-Top-Varianten bis hin zu Ballerinas, Strand-Sandalen und Slip-Ons. Außerdem wird nun auch eine kleine T-Shirt-Kollektion im Webshop angeboten. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von Ethletic übrigens mit der Produktion eines fair hergestellten Fußballs!

Good Guys: Vegan und ausgezeichnet mit dem PETA Award


Faire und vegane Schuhe-Good Guys

Und noch ein Label für vegane Schuhe, das Beachtung verdient: 2017 wurde Good Guys mit dem PETA Award für „Best Vegan Shoes“ ausgezeichnet. Apropos PETA – in Kooperation mit der Tierschutzorganisation hat das Label eine limitierte „Pride Box“, die „die Liebe feiert“ entworfen. 15 % der Einnahmen fließen an die Organisation. Hinter dem 2010 gegründeten Label steht Marion Hanania, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Stilempfinden und Ethik zu fusionieren. Und zwar mit Erfolg: Prominente wie etwa die Schauspielerin und UN-Botschafterin Emma Watson zählen zu bekennenden Fans der Marke. Die Schuhe werden in Paris designt und laut Eigenaussage unter fairen Arbeitsbedingungen in Betrieben in Portugal hergestellt.

Bei den verwendeten Materialien für die Schnürschuhe, Sandalen, Cowboy Boots, Mules, Ballerinas und Sneaker handelt es sich um ressourcenfreundliche Stoffe. Wie Mikrofaser, Canvas und Naturkautschuk. In Kollaboration mit Künstlern entstehen limitierte Editionen, die etwas „lauter“ gestaltet sind als die ansonsten eher schnörkel- und zeitlosen Sneaker und Schuhe. Ergänzend zu den Schuhen gibt es jeweils auch eine kleine T-Shirt- und Socken-Kollektion.

Nine To Five: Bio-Lachsleder und Kastaniengerbung


Der Onlineshop des nachhaltigen Schulabels Nine To Five

Das Hamburger Eco-Label Nine to Five hat sich auf hochwertige und nachhaltig produzierte Schuhe, Taschen und Accessoires und inzwischen auch T-Shirts und Tanktops für Frauen sowie auf Schuhe und Socken für Männer spezialisiert. Die umweltfreundlichen „Ladies Leather Goods“ werden von der ehemaligen Werberin Sandra Schittkowski entworfen. Zu verdanken haben wir ihre schönen Erzeugnisse übrigens dem Umstand, dass Sandra Schuhgröße 35 hat und dementsprechend jahrelang Schwierigkeiten hatte, passendes Schuhwerk zu finden. Deshalb beschloss die gelernte Werberin kurzerhand, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und ihre ganz eigenen Schuhe zu kreieren. Und wenn schon, dann auch richtig.

Bei der Wahl der Materialien (wie chromfrei gegerbtem Kalbsleder oder Bio-Lachsleder), sowie bei der Fertigung der Produkte geht die Designerin keine faulen Kompromisse ein. Die Produktion erfolgt in kleinen europäischen Betrieben, unter anderem im portugiesischen Porto. Von der Gerbung bis zur Färbung wird in jedem Arbeitsschritt genau darauf geachtet, dass ausschließlich umweltverträgliche Stoffe verarbeitet werden. So werden unter anderem auch innovative pflanzliche Verfahren wie Rhabarber- und Kastaniengerbung zur Haltbarmachung des Leders eingesetzt. Das Ergebnis? „Key Pieces to last“ – „Stücke, die lange halten“.

Sneaker Rescue: Alte Schuhe neu reparieren lassen

Die Website von dem Reparierdienst Sneaker Rescue
Die besten Ideen sind bekanntlich häufig die einfachsten: Der gelernte Orthopädieschuhmacher Hagen Matuzak aus Berlin möchte mit seinem Unternehmen Sneaker Rescue „ein Zeichen gegen den Überkonsum unserer Generation setzen.“ Weltweit werden schätzungsweise jährlich 24 Milliarden Paar Schuhe, meist in Asien, hergestellt. Allein in Deutschland landen pro Jahr etwa 10.000 Tonnen Schuhe im Müll. Das muss nicht sein. Man müsste seine Schuhe nur besser behandeln, reparieren oder neu besohlen lassen. Und genau dieser Aufgabe widmet sich der Berliner Schuhliebhaber mit größter Leidenschaft. Er hat sich auf Sneaker spezialisiert und verhilft dem gemütlichsten aller Schuhe auf die Weise zu einem deutlich längeren Leben. Und so funktioniert’s: Interessierte können einfach ein Foto des reparaturbedürftigen Paares per WhatsApp oder Email verschicken. Daraufhin erhalten sie einen Kostenvorschlag.

Ten Points: Handgefertigte Schuhe aus Europa


Der Onlineshop von dem nachhaltigen Schuhlabel Ten Points

Die Skandinavier haben nicht nur ein Händchen für Design, sondern auch ein Näschen für Nachhaltigkeit: Bestes Beispiel ist die 1983 gegründete schwedische Schuhmarke Ten Points. Die Schuhe werden in Europa unter nachhaltigen und fairen Produktionsbedingungen produziert. So kommen bei den von Hand gefertigten Schuhen schadstoffreduzierte Materialien wie etwa pflanzlich gegerbtes Leder für das Obermaterial und chromfrei gegerbtes Leder für das Lining zum Einsatz. Mittlerweile zählt Ten Points zu einer der meistverkauften Schuhmarken in Skandinavien. Das Brand erfährt jedoch auch hierzulande immer größere Bekanntheit und ist unter anderem in grünen Onlineshops wie etwa dem Avocadostore vertreten.

Veja: Nachhaltig produzierte Sneaker mit „Sexappeal“

Die Website von dem französischen Label für nachhaltige Sneaker VejaPerspektivwechsel: Das französische Sneakerlabel Veja wurde 2004 von den ehemaligen Bankern François-Gishlain Morillion und Sébastien Kopp gegründet. Die beiden hatten Anfang der Nullerjahre die Nase gestrichen voll vom Finanzsektor. Deshalb ersannen sie im wahrsten Sinne des Worte ein gutes Businessmodell: nachhaltig produzierte Sneaker mit „Sexappeal“. Die Sneaker sind für Männer, Frauen und Kids in diversen Ausführungen zu beziehen. Das Erfolgslabel verwendet für die Sohlen seiner Schuhe Naturkautschuk aus dem brasilianischen Amazonas. 

Die beiden Gründer pflegen, laut eigener Aussage, seit über zehn Jahren einen engen Kontakt zu den Kautschuk- und Baumwollfarmern vor Ort. Für das Obermaterial verarbeiten sie ausschließlich Leder von Nutztieren aus ökologischer Haltung. Der langfristige Plan ist jedoch, möglichst wenig Leder zu verwenden. So gibt es inzwischen jede Menge vegane Modelle im Sortiment. Die Gründer experimentieren mit Lederalternativen wie Maisleder oder neuen Materialien wie etwa Bio-Canvas und natürlichen Farben wie pflanzlichem Indigo. Und alles zusammen soll in einer möglichst kurzen, nachhaltigen Lieferkette gefertigt und transportiert werden. Um der Natur etwas zurückzugeben und um den Erhalt des Amazonas zu unterstützen, pflanzt das Unternehmen Bäume vor Ort.

Werner Schuhe: Materialien aus und Produktion in Europa

Faire und vegane Schuhe-Werner

Das rheinland-pfälzische Traditionslabel Werner Schuhe wurde bereits 1911 gegründet. Die Philosophie des Unternehmens lässt sich mit der schönen Redewendung „Weniger ist mehr“ zusammenfassen: weniger Chichi, mehr Qualität und Beständigkeit. So verwendet das Label ausschließlich chromfrei und vegetabil gegerbtes Leder, die Fertigung findet komplett in Europa statt. Sämtliche verwendeten Materialien werden aus Deutschland oder aus europäischen Nachbarländern bezogen. Das schafft kurze, übersichtliche Transportwege und spart Ressourcen. Zudem wird auf faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung hoher Sozialstandards geachtet. Das Brand orientiert sich dabei an den Richtlinien der Fairwear Foundation. Die Sandalen, Slipper, Boots & Co für Männer und Frauen sind im eigenen Webshop sowie in zahlreichen Onlineshops wie etwa schuhwerk.de zu beziehen.

 

Weitere nachhaltige Labels für faire und vegane Schuhe:
Grand Step Shoes
Matt & Nat

Nae Vegan Shoes
Toms
Z Shoes

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Text Lesley Sevriens