CO2 Miriam Klingl

Warum ist CO2 eigentlich so schlecht fürs Klima?

Viele Produkte und Firmen werben damit, klimaneutral oder CO2-neutral zu sein. Aber warum ist CO2 eigentlich schlecht fürs Klima? Hilft eine Steuer, Kohlendioxid zu sparen? Und was hat der Emissionshandel mit Klimaschutz zu tun? Hier findest du die Antworten.

CO2 Miriam Klingl

Warum ist CO2 so schädlich?

CO2 – auch Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid genannt – kommt von Natur aus in der Erdatmosphäre vor. Zusammen mit anderen Treibhausgasen verringert es den Anteil der Wärmestrahlung, die in den Weltraum entweicht. Dieser natürliche Treibhauseffekt macht das Leben auf der Erde erst möglich. Und doch gilt Kohlenstoffdioxid als das wichtigste menschengemachte Treibhausgas. Es ist verantwortlich für den Klimawandel.

Seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert steigt die CO2-Konzentration in der Lufthülle: von etwa 280 auf inzwischen über 410 ppm (parts per million also Anzahl der Teilchen pro eine Million). Damit verbunden ist ein messbarer weltweiter Temperaturanstieg. 1 Grad Celsius ist die globale mittlere Lufttemperatur wärmer als im vorindustriellen Zeitalter.

Im Gegensatz zu vielen anderen Verbindungen zerfällt CO2 nicht. Es verweilt in der Atmosphäre, bis natürliche Prozesse die Moleküle wieder entnehmen. Wälder, Ozeane und Böden können Kohlendioxid binden. Sie heißen deshalb Kohlenstoff- oder CO2-Senken. CO2, das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe – Erdöl, Erdgas und Kohle – entsteht, wird sehr langsam abgebaut. Laut Weltklimarat IPCC bleiben etwa 15 bis 40 Prozent des  Kohlendioxids, das der Menschen verursacht, länger als 1000 Jahre in der Atmosphäre. Der gesamte Abbau dauert mehrere 100.000 Jahre. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu bremsen, müssen die weltweiten Emissionen stark sinken. Außerdem müssen die bereits existierenden Emissionen wieder aus der Atmosphäre herausgezogen werden.

Was ist die CO2-Steuer?

In vielen europäischen Ländern gibt es eine CO2-Steuer, Kohlenstoffsteuer oder CO2-Abgabe. So hat Finnland bereits 1990 eine Steuer auf fossile Brennstoffe eingerichtet. Kurz danach folgten Norwegen, Schweden, Polen und viele weitere Länder. In Deutschland zahlen wir seit Beginn des Jahres 2021 den CO2-Preis für die Verbrennung von Heizöl, Erdgas, Benzin- und Dieselkraftstoffen. Holz und Biogas sind 2021 und 2022 noch ausgenommen. 2021 beträgt der CO2-Preis 25 Euro pro Tonne CO2-Ausstoß. Die Kohlenstoff-Bepreisung wirkt wie eine Steuer, steigt von Jahr zu Jahr und folgt einem festgelegten Preissystem.

Der Kohlenstoff-Preis dient als Lenkungsinstrument. Er soll steuernd auf den Markt einwirken und die Menschen dazu bringen, auf klimafreundliche Alternativen umzusteigen, Emissionen zu senken und somit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Also ein Elektroauto zu kaufen satt eines herkömmlichen Wagens oder Heizanlagen umzurüsten.

Außerdem soll die CO2-Steuer als Umweltsteuer Schäden ausgleichen, die durch die Emission von Treibhausgasen entstehen. Ab jetzt kostet es etwas, Treibhausgase zu produzieren und in die Atmosphäre einzuleiten. Damit werden zu einem gewissen Teil die wahren Kosten eines Produktes sichtbar. Wobei der Kohlenstoff-Preis niedrig angesetzt ist. Das Umweltbundesamt hat für das Jahr 2020 ausgerechnet, dass pro Tonne CO2 Schäden in Höhe von mindestens 195 Euro entstehen.

Wie funktioniert der Emissionshandel?

In der Wirtschaft gibt es bereits ein Instrument, über das Treibhausgas-Emissionen reduziert werden sollen: das Europäische Emissionshandelssystem EU-ETS. Emissionszertifikate berechtigen Unternehmen dazu, eine bestimmte Menge Treibhausgas-Emissionen auszustoßen. Das EU-ETS legt fest, wie viele Treibhausgas-Emissionen in Europa entstehen dürfen. Ebenfalls festgesetzt ist die Anzahl der Emissionszertifikate. Europa hat das Handelssystem 2005 eingeführt, um das 2-Grad-Ziel der internationalen Klimaschutzpolitik zu erreichen.

Das System registriert europaweit die Emissionen von rund 10.000 Anlagen im Stromsektor und der Industrie. Seit 2012 nimmt auch der innereuropäische Luftverkehr teil. Damit deckt das EU-ETS 40 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in der EU ab. Unternehmen erhalten Emissionszertifikate kostenlos und können sie ersteigern sowie auf dem Markt frei handeln.

Seit 2008 ist allerdings ein Überschuss an Zertifikaten entstanden. Mitte 2020 lag der Preis pro Emissionszertifikat und damit pro Tonne ausgestoßener CO2-Äquivalente bei etwa 23 Euro. Bei diesem niedrigen Preis ist eine Lenkungswirkung, also die Wirksamkeit sehr gering, um auf klimafreundliche Technologien umzurüsten. Das kritisieren Umweltverbände, wie etwa der WWF.

 

Text Susi Lotz  Foto Miriam Klingl

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