Phytoplankton Kohlenstoffsenke

Was der Ozean mit dem Klimawandel zu tun hat

Der Ozean reguliert das globale Klimageschehen und wirkt wie ein Klimapuffer. Ohne den Ozean als Kohlenstoffsenke wäre der Klimawandel schon viel weiter fortgeschritten. Aber das hat seinen Preis. Hier erfährst du, warum das Meer saurer wird und warum die Meeresalgen verhungern.

Phytoplankton Kohlenstoffsenke

Der Ozean hat eine zentrale Funktion für das globale Klima. Er entnimmt der Luft etwa ein Viertel des freigesetzten Kohlendioxids. Damit ist er eine wichtige, langfristige Kohlenstoffsenke. Seit der Industrialisierung und der Verbrennung fossiler Rohstoffe haben die Ozeane rund 40 Prozent des menschengemachten Kohlendioxids aufgenommen. So verlangsamen sie den Klimawandel deutlich. Allerdings können die Meere nicht unbegrenzt CO2 aufnehmen.

So kommt es zur Ozeanversauerung

Kohlendioxid löst sich im Ozeanwasser. Dabei reagiert es zu Kohlensäure. Dieser Prozess heißt auch Ozeanversauerung. Der Anstieg des CO2-Gehalts stört das chemische Gleichgewicht der Meere – und darunter leiden viele Meeresorganismen. Denn das säurehaltige Meereswasser verursacht Störungen im Stoffwechsel und greift ihr Kalkgerüst an. Davon betroffen sind Plankton, Muscheln, Schnecken, Seesterne und Korallen.

Der Ozean als Wärmespeicher

Ein weiterer Klimafaktor: Die Weltmeere nehmen über 90 Prozent der Wärme auf, die sich auf der Erde anstaut. Damit ist der Ozean der größte Wärmespeicher überhaupt. Er gleicht die Temperaturen der Atmosphäre aus und stabilisiert das Klimasystem.

Meeresströmungen transportieren gigantische Mengen Wärme und beeinflussen die Klimaprozesse auf den Kontinenten. Meteorologen beobachten, dass sich mit dem Klimawandel auch die Meeresströmungen verändern. Das gilt auch für den Golfstrom, der schwächer wird.

Geringere Sauerstoffproduktion

Die Wärmeaufnahme lässt den Meeresspiegel ansteigen und verändert die marinen Ökosysteme. Wenn sich das Oberflächenwasser ausdehnt, erhält es eine andere Dichte. Das verändert die Schichtung der Meere. Die obere Wasserschicht trennt sich vom nährstoffreichen Wasser darunter.

Das Plankton benötigt aber die Nährstoffe zum Wachstum. In Folge geht der weltweite Bestand an Phytoplankton zurück, laut Schätzungen um bis zu 40 Prozent. Phytoplankton – winzig kleine pflanzliche Algen und Bakterien – ist aber die Basis der Nahrungsnetze und liefert rund die Hälfte des weltweiten Sauerstoffs.

Warum Korallen verhungern

Steigt die Wassertemperatur zu sehr an, sterben die Korallen. Siestoßen ihre symbiotischen Algen ab, die sie mit Nahrung versorgen. Dadurch verhungern die Korallen und sie verlieren ihre Farbe, was wir Korallenbleiche nennen. Rund 25 Prozent der Ozeanlebewesen hängen direkt von den Korallen ab – denn Korallen bauen Lebensräume für andere Arten. Gehen die Korallenriffe kaputt, nimmt die marine Biodiversität ab.

Text Susi Lotz
Foto USGS / Unsplash

 

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