Meer Unsplash Karl Fredrickson

Wie funktioniert das Ökosystem Ozean?

Der blaue Planet ist hauptsächlich von Meerwasser bedeckt. Und doch haben Wissenschaftler die Ozeanwelt noch kaum erforscht. Dabei ist das Meer für unser Leben enorm wichtig. Hier erfährst du alles über Tiefseeströmung, Phytoplankton und was der Ozean mit unserem Sauerstoff zu tun hat.

Meer Ozean

Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche nehmen Meere und Ozeane ein. Sie bilden das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde. Es gibt fünf große Ozeanbecken: den Arktischen, Indischen, Atlantischen, Pazifischen und Antarktischen Ozean. Sie alle sind über ein Netz aus Strömungen zu einem weltumspannenden Ozean verbunden. Im allgemeinen Sprachgebrauch setzen wir Meer und Ozean gleich. Doch per Definition sind Meere kleiner, meist von Land umgeben und flacher.

Die Meeresströmungen erhalten das Gleichgewicht der Ozeane und der gesamten Erde. Sie verteilen Nährstoffe, Wärme und regulieren das Klima. Wie der Golfstrom: Er bringt warmes Wasser aus den Subtropen nach Nordeuropa. Ohne den Golfstrom wären unsere Winter wesentlich kälter. Ein lebenswichtiges System des Planeten ist eine Tiefseeströmung: das globale Förderband. Es bewegt mächtige Wassermassen in einem Kreislauf durch alle Meere rund um die Erde. Ungefähr tausend Jahre dauert ein Kreislauf.

Winzige Lebewesen mit großer Bedeutung

Bisher haben Forscher nur einen Bruchteil des Ozeanlebens erfasst. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa eine Million verschiedene Tier- und Pflanzenarten im Meer leben. Dabei sind die wichtigsten Meeresorganismen mikroskopisch kleine pflanzliche Algen und Bakterien: das Phytoplankton. Die Organismen schweben in den oberen Wasserschichten, in die Sonnenstrahlen eindringen. Über die Fotosynthese wandeln sie Sonnenlicht und im Wasser gelöstes CO2 in organische Substanz um. Dabei erzeugt das Phytoplankton mehr Sauerstoff als alle Wälder der Erde. Oder anders ausgedrückt: Jeder zweite Atemzug, den wir machen, enthält Sauerstoff aus dem Meer.

Nahrungsketten im Ozean

Plankton bildet zudem die Grundlage der Nahrungsketten im Meer. Vom Phytoplankton ernähren sich winzige Tiere, das Zooplankton. Dieses steht auf dem Speiseplan von Schwarmfischen, wie Sardinen und Heringen. Schwarmfische sind die Beute von größeren Raubfischen, wie etwa Thunfischen. Und Raubfische wiederum bilden die Beutetiere für Haie. Die hohe Produktivität der Meere ermöglichen lange Nahrungsketten und eine große biologische Vielfalt. Für den Menschen sind die Ozeane eine bedeutende Nahrungsquelle.

Seit Juni 2021: UN-Dekade der Ozeanforschung

Tatsächlich wissen wir wenig über das Ökosystem Ozean. Deshalb haben die Vereinten Nationen (UN) den Zeitraum 2021 bis 2030 zur „UN-Dekade der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung“ erklärt. In den nächsten Jahren soll die Weltgemeinschaft Lösungen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane umsetzen. Dabei steht die Erforschung der Meere im Mittelpunkt. Außerdem soll die Öffentlichkeit mehr über den Ozean und seine zentrale Rolle für das Weltklima erfahren.

Die UN-Ozeandekade steht unter dem Motto „The Science We Need For The Ocean We Want“ – die Wissenschaft, die wir brauchen, für den Ozean, den wir wollen. Dazu hat die UN-Generalversammlung sieben Ziele beschrieben: einen sauberen, gesunden und widerstandsfähigen, produktiven, vorhersehbaren, sicheren, zugänglichen sowie inspirierenden Ozean. Umweltschutzorganisationen befürchten allerdings, dass wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund rücken.

 

Text Susi Lotz
Foto Unsplash/Karl Fredrickson 

 

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