Müll im Meer

Wie unser Müll ins Meer kommt

Drei Viertel des Mülls im Ozeans besteht aus Plastik. Doch wie kommt er eigentlich dorthin? Hier erfährst Du, was synthetische Textilien mit dem Müll im Meer zu tun haben und was noch alles in unseren Ozeanen landet.

Müll im Meer

Drei Viertel des Mülls im Meer besteht aus Plastik: Laut Umweltbundesamt nehmen die Meere jedes Jahr 30 Millionen Tonnen Plastik in sich auf. Der Großteil des Plastikmülls schwimmt über Abwässer und Flüsse ins Meer. Auch in unserem Alltag tragen wir dazu bei:

  • das Waschen synthetischer Textilien erzeugt bis zu 400 Tonnen Chemiefasern pro Jahr in Deutschland
  • durch den Abrieb von Autoreifen auf Asphalt entstehen etwa 700.000 Tonnen Mikropartikel pro Jahr in Europa
  • und durch Inhaltsstoffe aus Kosmetikartikeln: rund 500 Tonnen Mikroplastik fallen pro Jahr in Deutschland an.

Wir sammeln zwar die meisten Abfälle ein, aber es gehen nur drei bis zehn Prozent des weltweit gesammelten Plastiks ins Recycling. Industrienationen exportieren große Mengen Plastikmüll in Länder mit schlechterem oder fehlendem Müllmanagement. Dort landet der Müll meistens direkt in der Landschaft, in Flüssen oder im Ozean. Meerestiere fressen die bunten Plastikteile und verenden daran. Oder sie verwickeln sich in Schnüren und Netzen. Über 100.000 Meeressäugetiere und Millionen Fische und Seevögel sterben dadurch jedes Jahr.

Mit jeder Fischmahlzeit essen wir Plastikpartikel mit

Einmal im Meer gelandet, zerreiben Wellenschlag und Strömung das Plastik in immer kleinere Teilchen. Biologisch abbaubar ist es nicht. Wenn wir heute barfuß über den Strand laufen, haben wir neben Sandkörnern viele Mikroplastikpartikel unter den Füßen. Im Meer fressen Fische und andere Meerestiere die winzigen Kunststoffteilchen. So gelangt Plastik in die Nahrungsketten. Mit jeder Fischmahlzeit essen auch wir Plastikpartikel mit. Problematisch für Mensch und Meer ist, dass Mikroplastik hochgiftige Stoffe enthält, wie Polychlorierte Biphenyle oder Dioxine.

Der meiste Müll im Meer liegt auf dem Grund

Früher wie heute verwenden wir den Ozean als kostenlose globale Müllkippe. 70 Prozent des Mülls liegt auf dem Meeresgrund. Weltweit lagern dort außerdem Kampfwaffen. Nach Angaben des Thünen Instituts sind es in der Nord- und Ostsee insgesamt etwa 1,8 Millionen Tonnen konventioneller und chemischer Munition, darunter Nerven- und Lungengifte. Bis 1993 durften Staaten ihren radioaktiven Abfall im Ozean abladen. Das ist zwar heute verboten, radioaktive Abwässer fließen aber weiterhin ins Meer.

Industrielle Abwässer, Giftmüll sowie Ölverschmutzung belasten das Meeresleben. Und auch der Lärm des Schiffverkehrs stresst viele Meerestiere. Was viele nicht wissen: Der Geräuschpegel unter Wasser ist ebenfalls eng mit unserem Alltagsleben verzahnt: Eine Internetbestellung mit schneller Lieferung über Nacht bedeutet schnelle Transportwege. Und schnellfahrende Schiffe erzeugen viel Lärm.

Text Susi Lotz
Foto Sharon McCutcheon / Unsplash

 

 

 

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