Meike Schützek Ozean

Die Meere schützen: Das kann jede*r selbst dafür tun

Meike Schützek Ozean Meere

Das Meer schenkt uns Leben – durch Sauerstoff, die Regulierung unseres Klimas und Proteine. Doch die Gesundheit der Meere ist stark bedroht. Meike Schützek, Gründerin der Ozeanschutzkollektivs Ocean. Now!, hat Tipps, wie jede*r selbst im Alltag zur Gesundung der Meere beitragen kann.

1. Für die Meere: Plastik vermeiden

Mit der Pandemie hat der Plastikkonsum weltweit zugenommen. Mittlerweise durchdringt dieses nicht – oder sehr schwer – abbaubare toxische Material alle Bereiche unserer Atmosphäre. Vor allem der Ozean leidet unter dem Plastikmüll.

Dabei können wir alle Plastik vermeiden, indem wir unsere täglichen Gewohnheiten an die Zero Waste Prinzipien „Refuse – Reduce – Reuse – Recycle – Rot“ anpassen.

Meike Schützek Ozean

An allererster Stelle steht dabei die Vermeidung von Kunststoffen. Dies beginnt schon im Kleinen, mit der Verbannung von Mikroplastik – dieses wird Produkten wie Kosmetik absichtlich hinzugefügt. Kostenfreie Mobile Apps wie Beat the Microbead, Codecheck und Toxfox helfen bei der Auswahl von mikroplastikfreien Produkten.

Elementar ist außerdem die Vermeidung von Plastikverpackungen. Wenn wir konsequent wiederverwendbare Einkaufsbeutel für Obst und Gemüse nutzen und Unverpacktläden unterstützen, helfen wir dabei, die Plastikverschmutzung zu drosseln.

Ein weiteres Thema mit großem Verbesserungspotenzial ist unsere Kleidung. Synthetische Fasern wie Polyester oder Viskose sollten wir in jedem Fall vermeiden, denn auch diese landen in der Atmosphäre und sind nicht biologisch abbaubar. Gleichermaßen können wir Mikrofasertücher und Putzschwämme vermeiden, und sie beispielsweise durch zerteilte alte T-Shirts, die wir nicht mehr tragen, ersetzen.

2. Klimaschutz ist Ozeanschutz

Es mag auf den ersten Blick nicht offensichtlich sein, aber der Ozean ist der entscheidende Puffer der globalen Erwärmung – er nimmt 30 Prozent der Treibhausgase auf. Im Umkehrschluss heißt dies: Wenn wir das Klima schützen, schützen wir gleichzeitig den Ozean. Mit klimafreundlicher Ernährung, möglichst regionalem Urlaub und der Wahl von klimaneutralen Fortbewegungsmöglichkeiten wie dem Fahrradfahren und öffentlichen Verkehrsmitteln, tragen wir bereits dazu bei, dass sich auch der Gesundheitszustand des Ozeans verbessert. Je kleiner unser CO2-Fußabdruck, desto schneller erholt sich die marine Biodiversität.

3. Meeresschätze im Meer lassen

Spätestens seit dem Dokumentarfilm „Seaspiracy“ ist das Thema Überfischung auch in der breiten Öffentlichkeit angelangt. Wir wissen, dass die Meere bis zu 90 Prozent überfischt sind. Während die Bevölkerung im globalen Süden auf die Proteine des Ozeans angewiesen sind, können viele Menschen in den industrialisierten Ländern durchaus auf Meeresfrüchte und Fisch verzichten, da es genügend alternative Proteinquellen gibt.

Meike Schützek Ozean Meere

Wirklich „nachhaltigen Fisch“ gibt es aufgrund der Überfischung kaum, und als Verbraucher ist es so gut wie unmöglich ist, ihn zu erkennen. Vor allem solange die globale Fischerei nicht reguliert ist, sollte man vorausschauend handeln und den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten drosseln oder sie bestenfalls ganz meiden. So geben wir den Fischbeständen im Ozean eine Chance, sich zu erholen.

Zudem ist es wichtig, Nahrungsergänzungsmittel wie Omega3-Fettsäuren genau unter die Lupe zu nehmen. Denn ihre Basis ist oft auch Krill. Und der ist die Nahrungsgrundlage von Pinguinen und Walen. Auch eine gesunde Ernährung ohne Krillöl ist möglich, zum Beispiel durch Algenöl.

Text: Meike Schützek 
Fotos: Meike Schützek / Creative Commons

Lese hier unser Interview mit Meike Schützek.