Werde Magazin - Kopenhagen - Bienen

Was wir von den Bienen lernen können

Wie Bienen zusammen leben und arbeiten, fasziniert den Menschen seit Langem. Ein soziales Bienenprojekt zeigt, dass Umwelt und Gesellschaft von diesem alten Wissen profitieren.

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In dem alten Arbeiterhaus summt und brummt es. Früher diente die Gebäudeanlage von 1912 als staatlich bereitgestellte Heimat für Drogenabhängige und Prostituierte. Heute ist dort ein junges Unternehmen ansässig, das nachhaltige Honigproduktion mit sozialem Engagement verbindet.

Bienenstöcke in der ganzen Stadt

Oliver Maxwell, der Inhaber von Bybi und Anführer der fliegenden Heerscharen, sitzt in seinem kleinen Büro am Ende des Ganges. Sein grüner Imkeranzug liegt griffbereit neben dem Schreibtisch. „In jedem Stadtteil Kopenhagens leben andere Bienenvölker, die andere Pollen sammeln“, klärt er uns auf. „Wir haben unsere Bienenstöcke an 25 verschiedenen Orten verteilt, darunter am Tivoli, am Rathaus, am Flughafen, aber auch an Altenheimen und Schulen, der Universität und auf Firmengeländen. Jeder Rahmen, den wir aus diesen Stöcken zum Schleudern hierher bringen, wird separat behandelt. Daraus ergeben sich ganz unterschiedliche Honigsorten.“

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Dass er guten Honig produziert und die Bienen den Pflanzen bei der Fortpflanzung helfen, ist aber noch nicht alles. Oliver beschäftigt Flüchtlinge, Langzeitarbeitslose und Obdachlose, denn er möchte auch sozial etwas bewegen. „Die Klimakonferenz 2009 hier in Kopenhagen hat für mich die Weichen gestellt“‚ erzählt der gebürtige Brite, den es wegen der Liebe nach Dänemark verschlagen hat und der zuvor Entwicklungshelfer in Vietnam war. Der gelernte Anthropologe bewirtschaftet mit seinem Team inzwischen 250 Bienenstöcke – ein wunderbares Projekt für bienenfleißige Menschen in der Großstadt.

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Text (Ilona Marx)  Fotos (Thekla Ehling)