Rittersporn – die Zeit der blauen Blüten

Sie erstrahlen in lavendelfarbenem Violett, kräftigem Ultramarin oder in zartem Hellblau: Die Blüten des Rittersporns. Mit etwas Pflege fühlt er sich in jedem Garten wohl.

Text Ralf Lilienthal Illustrationen Alina Günter

Welche Arten und Sorten es gibt

Rittersporn heißt die prachtvolle Pflanze aus der Familie des Hahnenfußes, um deren Verbreitung und Auslese sich Staudengärtner wie Karl Foerster und Wolfgang Kautz verdient gemacht haben. Von Botanikern Delphinium getauft, weil die Blütenknospen an einen Delphin erinnern sollen;  Illustration RitterspornIllustration RitterspornRittersporn wegen des stiefelspornartigen Auswuchses am Blütengrund. Der Gärtner unterscheidet zwischen ausdauernden Staudenritterspornen und ein- oder zweijährigen Arten und Sorten. Charakter der Staudengruppen: Die Belladonna-Gruppe ist eher niedrig, standfest und  langblühend. Delphinium-elatum-Sorten mit ihren hohen, manchmal einer Stütze bedürftigen Blütenrispen waren Foersters Lieblinge. Besonders geeignet als Vasenschmuck sind die zumeist gefüllt oder halbgefüllt blühenden, sämlingsvermehrten Pacific- und Elatum-F1-Hybridsorten.

Backpulver ins Gießwasser

Volle Sonne und genügend Platz zum Wachsen beanspruchen Rittersporne im Garten, mehr als drei pro Quadratmeter sollte man nicht setzen. Und der Boden? Durchlässig, sandig und humos soll er sein und zugleich nahrhaft – denn der Rittersporn ist „ein Fresser, der etwas auf die Füße haben will, am besten abgelagerten Mist!“, wie der Experte betont. Willkommen sind deshalb auch nährstoffreicher Kompost oder diverse organische Stickstoffdünger. Und was den leidigen Mehltau betrifft, hilft ein Tütchen Backpulver auf zehn Liter Wasser in der Gießkanne. Jedes dritte Jahr rät Wolfgang Kautz zum Aufnehmen, Teilen und Neupflanzen.

Illustration Rittersporn

Geteilt wird mit dem Messer

Während für die Aussaat diverser Rittersporne ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Zyklen gelten, ist die Teilung der Staudenrittersporne eindeutig: Geteilt wird mit dem Messer oder der Hand, Mitte April oder nach der Blüte. Schneiden, teilen, aufpflanzen und wässern: Der radikale Rückschnitt nach der Blüte sorgt für einen zweiten Flor im Herbst. Doch aufgepasst: Schnecken lieben junge Rittersporne. Was also tun? Es machen wie einst Karl Foerster: nämlich schimpfen! Absammeln hilft, ebenso ausgebrachte Holzspäne und Kalidünger oder eine Mischung aus Kaffeesatz und Eierschalen.

Illustration Rittersporn

Auf gute Nachbarschaft

Wer ist schon gern allein? Der Rittersporn ist keine Ausnahme, er fühlt sich wohl in einer Gartengesellschaft mit seinesgleichen, ist die klassische Rabatten- und Bauerngartenpf lanze für das üppige Sonnenbeet. Geeignete Nachbarn sind die, die gleichzeitig blühen und harmonieren: Schafgarbe, Feinstrahlaster, Edeldistel, Euphorbia, Schleierkraut, Sonnenbraut, Taglilie, Heuchera, Iris, Lavendel, Lein, Katzenminze, Pfingstrose, Phlox, Rosen, Ziersalbei, Wollziest, Königskerze und viele mehr. Ansonsten können wir uns bei allen Pflanzen bedienen, die es ebenso bodenleicht und sonnig mögen. Gräser dabei nicht vergessen!

Kategorien Garten