„Ich möchte noch lange für diesen Kraft-Ort sorgen“

Die Biologin Eva Eberwein hat ein altes Haus gerettet, in dem einst der Schriftsteller Hermann Hesse lebte. Ein größerer Schatz als das Haus ist der Garten, dem sie zu neuem Leben verholfen hat.

Werde Magazin - Hermann Hesse

 

Was wünschen Sie sich für diesen besonderen Ort?
Eva Eberwein: Ich hoffe, dass ich noch lange für diesen Kraft-Ort sorgen kann und dass dieser Geist weitergetragen wird, wenn ich den Garten einmal nicht unter meinen Fittichen habe.

Was fasziniert Sie so sehr an Ihrem Garten?
Die Gestaltungsprinzipien und die Schönheit, die auch nach hundert Jahren noch Gültigkeit haben, finde ich unglaublich beeindruckend. Ich wünschte, mehr Menschen, die Gärten anlegen, wüssten um diese Prinzipien. Aber immerhin: Viele, die kommen, scheinen etwas mitzunehmen. Und als Pars pro Toto sehe ich diesen Garten übrigens auch.

Was möchten Sie an andere Menschen weitergeben?
Es ist so wichtig, dass man sich Bestehendes erst einmal genau anschaut, bevor man es verwirft und womöglich voreilig auf irgendwelche neuen Trends aufspringt. Ein wahrer Schatz für meinen Garten sind Abbruchhäuser. Denn wo ein altes Haus ist, gibt es meist auch einen alten Garten. Und damit wunderbare alte Pflanzensorten, die in der Regel viel robuster sind als jene, die man heute bekommt. Die Obstsorten hier im Garten sind das beste Beispiel. Die Birnen etwa haben einen einzigartigen Geschmack! Im Laden bekommt man so was gar nicht mehr. Es ist immer sehr traurig, wenn alte Häuser einfach abgerissen werden. Doch zum Glück ist es ein kleiner Trost, wenn eine alte Pflanze hier bei uns eine zweite Chance bekommt.

Werde Magazin - Hesse Garten

Lesetipp
Der Garten von Hermann Hesse.
Von der Wiederentdeckung einer verlorenen Welt
Ein wunderschöner Band für Hesse-Liebhaber und Gartenfreunde
Eva Eberwein, DVA, München