Boden natürlich verbessern

Ein guter Boden ist das Wichtigste für eine gute Ernte. So lässt sich der Boden natürlich verbessern

Text: Ralf Lilienthal Illustration: Alina Günter

Bevor wir aussäen und pflanzen, bleiben wir einen Moment beim „nackten“ Boden stehen. Dass wir ihn dabei mit Füßen treten, verzeiht er uns, anschließendes Lockern vorausgesetzt. Behandeln wir ihn aber nur als tote Substanz und bloßes Substrat, wird er uns auf lange Sicht seine Fruchtbarkeit verweigern. Denn der Boden lebt, neigt zu Einseitigkeiten und hat seinen ganz eigenen Charakter. Für uns Gärtner heißt das: pfleglich sein und zur rechten Zeit das Rechte tun. Dazu steht uns eine ganze Palette an „Bodenverbesserern“ zur Verfügung.

Den Boden Ausgleichen

Unser Ziel: Ausgleich der Extreme! Schwere, tonig-lehmige Böden können mit grobkörnigem Sand oder Lavagranulat physikalisch gelockert werden, sandige, allzu durchlässige Böden werden durch Tonmehle (z. B. Edasil-Bentonit) bindiger. Saure Böden können gekalkt werden, der umgekehrte Weg ist wesentlich schwieriger. Doch egal um welchen Ausgangsboden es sich handelt, seine Struktur und seine Fruchtbarkeit lassen sich durch die Anreicherung mit Humus verbessern.

Kalk

Humus verbessert

Das zumeist schwarze, krümelig-feuchte Endprodukt eines natürlichen oder von Menschenhand gelenkten aeroben Verrottungs- oder Kompostierungsprozesses. Je nach Ausgangsmaterial (z. B. Haustiermist oder Pflanzenreste) entsteht dabei eiweißreicher Nähr- oder kohlenstoffreicher Dauerhumus. Während der eine im Wortsinne düngt, verbessert der andere vor allem die Bodenstruktur. Das klingt nicht nur kompliziert, denn die Kunst des Kompostierens ist tatsächlich eine Wissenschaft für sich!

Humus

Gründüngung

Auch diverse Gründüngungs- und Pionierpflanzen helfen, die Struktur des Bodens und seinen Nährstoffgehalt zu verbessern. Vertreter der Schmetterlingsblütler (Lupine, Klee, Wicke) reichern den Boden mit dem Eiweißbaustein Stickstoff an, lockern und erschließen die Wurzeln vieler anderer Arten (Senf, Phacelia, Buchweizen) und die Bodenkrume zum Teil bis in tiefere Schichten.

Hornspäne und andere Dünger

Bleiben schließlich die diversen „echten“, zumeist im Handel erhältlichen Dünger zu erwähnen. Verwendet werden unter anderem Pflanzenreste wie Rizinusschrot und tierische Abfallprodukte wie Hornspäne, Blutmehl oder getrockneter Vogelkot (Guano) als Stickstofflieferanten sowie Knochenmehl als Phosphorquelle und Holzasche als Kaliumträger. Sie alle werden als feste, trockene und zumeist langsam wirkende Bestandteile dem Boden oder dem Kultursubstrat beigemischt. Schneller wirksam sind die diversen Kräuter-Jauchen (z. B. aus Brennnessel oder Beinwellblättern), die als selbst angesetzte Flüssigdünger über die Gießkanne direkt an die Pflanze kommen.

Jauche

 

Kategorien Garten

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