Werde Magazin - Glossar der guten Zukunft - Proximity Design Myanmar

Ein Projekt hilft Landwirten in Myanmar

Wer Menschen helfen will, sich selbst zu helfen, muss viel Zeit mit ihnen verbringen, ihnen zuhören und ihre Potenziale sehen wollen. Davon sind die Gründer des Projekts Proximity Design in Myanmar, Jim Taylor und Debbie Aung Din, überzeugt. Ein Werde-Organisationstipp.

 

70 Prozent der Bewohner von Myanmar arbeiten in der Landwirtschaft. Jim Taylor und Debbie Aung Din fragten sich: „Wie lassen sich die traditionellen Lebens- und Anbaubedingungen der Landbevölkerung durch technische und soziale Innovationen verbessern, die man gemeinsam und vor Ort mit den Menschen entwickelt?“

Auf diese Weise entstand dann eine Reihe preiswerter, einfacher und zugleich hoch effektiver Techniken der Beregnung und Bewässerung für die Trockenzonen des Landes. Zum Beispiel ein Sprinklersystem, eine mobile Wassertankkonstruktion oder diverse Solar- und Tretpumpen.

Die Berater und Unterstützer des Proximity-Design-Teams richteten ihren Fokus selbst auf einfache Verrichtungen wie Saatgutnachbau, Aussaat und Pflege. Aber auch biologischer Pflanzenschutz und die Ernte spielten dabei eine wichtige Rolle. Vor allem bei Reis, dem Hauptnahrungsmittel des südostasiatischen Landes.

Wie finanziell risikoreich die Landwirtschaft dennoch bleibt, bekam das Projekt im Jahr 2008 zu spüren. Damals hinterließ der Zyklon „Nargis“ im Ayeyarwady-Delta eine Spur der Verwüstung. Herkömmliche Banken gewähren der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in solchen Fällen kaum je Kredit. Doch die Verantwortlichen von Proximity Design sind aktiv geworden und haben auf die Bedürfnisse der Bauern zugeschnittene Finanzierungslösungen erarbeitet.