Jauchen und Präparate selbst herstellen

Dünger lässt sich ökologisch und einfach selbst herstellen. Brennnessel, Beinwell und Rainfarn stärken als Jauchen Pflanzen und schützen vor Insekten

Text: Ralf Lilienthal Illustration: Alina Günter

Brennnesseljauche

Der Klassiker ist die Brennnesseljauche. Verwendet wird die Große Brennnessel (Urtica dioica) und die seltenere Kleine Brennnessel (Urtica urens). Etwa 1 kg Grünmasse auf 10 l Wasser in Holz- oder Plastikfässern oder verzinkten Eimern. Wegen der Geruchsentwicklung und des Schutzes für Kinder und Tiere mit gut schließendem Deckel! Ein- bis zweimal täglich umrühren, die Zugabe von Bentonit und Steinmehlen mildert den Jauchengeruch. Bei warmer Witterung dauert die Gärung maximal 2–3 Wochen. Brennnesseljauche auf den Boden gebracht düngt und vitalisiert und kann über einen längeren Zeitraum im Verhältnis 1:10 verdünnt angewendet werden. Ein 24-stündiger Kaltwasserauszug, auf die Blätter gebracht, bekämpft wirksam den Befall mit Blattläusen.

Brennnessel jauche

Beinwell und Komfrey als Dünger

In feuchten, halbschattigen Gärten wachsen der unermüdliche Beinwell (Symphytum officinale) und sein Verwandter, der Komfrey (Symphytum x uplandicum). Beide Pflanzen reichern den biologisch schwierig zu substituierenden Nährstoff Kalium an und eignen sich daher vor allem als Düngepflanzen: Blatt-/Wurzel-Wasser-Relation ebenfalls 1:10. Bis zu einer Woche stehen lassen und dreifach verdünnt ausbringen.

Beinwell Dünger

Wermut und Rainfarn gegen Insekten

Der kaum zu beschreibende Geruch der Wermutblätter (Artemisia absinthium) scheint saugende und beißende Insekten tendenziell abzustoßen. 1 kg der ganzen oberirdischen Pflanze wird mit 2–3 Liter kochendem Wasser überbrüht, im Verhältnis 1:25 mit kaltem Wasser verdünnt über die Pflanzen gespritzt. Dasselbe funktioniert auch mit dem häufig zu findenden, gleich wirkenden Rainfarn (Chrysanthemum vulgare).

Rainfarn

Kamille hemmt Fäulnis

Die wässrigen Auszüge der Kamille (Matricaria chamomilla) hemmen Fäulnis, sind Saatbeize und stärken die Pflanzengesundheit. 50 g getrocknete Blüten auf 10 Liter Wasser fünf Tage ziehen lassen und dann 1:5 verdünnt alle 14 Tage spritzen.

Kamille

Eierschale als Kalklieferant

Fein gebröselte Eierschale im Gießwasser liefert kalkliebenden Pflanzen eine langsam fließende Nährstoffquelle. Zu den kalkholden Pflanzen gehören etwa Christrosen, Alpenveilchen, Kuhschelle, Rittersporn, Geranien oder Ochsenauge.

Eierschalen

Biodynamische Spritzpräparate

Sehr speziell sind die biodynamischen Spritzpräparate Hornmist und Hornkiesel. Rinderdung und Quarzmehl im Kuhhorn verschlossen, unter ganz eigenen Bedingungen vergraben, dynamisch gerührt und homöopathisch verdünnt, lässt den mit der Materie Unvertrauten an Hokuspokus denken. Tatsächlich gehören beide Präparate in eine kundige Hand.

Hornkiesel

 

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