Gründerinnen hejhejmats

Yogamatte? Nachhaltig, bitte!

Unter der Idee der Circular Economy wollen die Unternehmerinnen Anna Souvignier und Sophie Zepnik ihre nachhaltigen Yogamatten in den Kreislauf bringen.

„Circular economy“ und „Closed-loop“ sollen  Fashion und Konsum nachhaltiger machen. Mit den jungen Unternehmerinnen Anna Souvignier und Sophie Zepnik sprachen wir darüber, wie die Ideen in der Praxis funktionieren. Unter dem Label hejhej-mats haben sie Yogamatten aus Recyclingmaterialien entwickelt.

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Was bedeutet Closed-loop für euch?
Anna Souvignier: Closed-loop Produkte haben einen geschlossenen Produktkreislauf. In der Circular Economy geht es eben darum, dass man vor allem jene Ressourcen für die Produktion von neuen Produkten nutzt, die es bereits im Überfluss auf dem Planeten gibt. Außerdem soll das Produkt am Ende nicht als Müll enden, die Materialien sollen wieder recycelt und für neue Produktionen genutzt werden können – so entsteht ein geschlossener Produktkreislauf.

Wie ist die Idee für eure nachhaltige Yogamatte entstanden?
Anna Souvignier: Wir haben uns während unserem Auslandssemester  in einer kleinen Stadt in der Nähe von Madrid im Bachelor kennengelernt und haben uns auf Anhieb prima verstanden. Nach dem Bachelor haben wir gemeinsam unseren Master im Fach Nachhaltigkeitsmanagement in Schweden gemacht. Dort hatten wir die Idee, vollständig nachhaltige Yogamatten zu entwickeln.

Was bedeutet Yoga für euch?
Sophie Zepnik: Seit einigen Jahren hat Yoga einen wichtige Bedeutung in unserem Leben eingenommen. Während unseres Studiums haben wir zusammen Yogaklassen besucht. Mittlerweile haben wir zusammen unser eigenes Start-Up in der Yogaindustrie gegründet. Gründerin zu sein bedeutet ein ständiges auf und ab und ist vielleicht nicht immer der einfachste Weg. Regelmäßiges Yoga hilft uns heute dabei, Pausen einzulegen, in denen wir reflektieren können.

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Wie nachhaltig ist Yoga?
Sophie Zepnik: Yoga zählt definitiv zu den nachhaltigen Sportarten. Zum einen wird im Yoga eine Form der Achtsamkeit gelehrt, welche die meisten Yogis auch mit aus der Stunde hinaus tragen. Sie gehen vielleicht bewusster mit ihrer Umwelt um und beeinflussen sie positiv. Yoga ist auch minimalistisch: man baucht nicht viel, nur bequeme Kleidung und eine Yogamatte. Wenn beim Kauf dieser wenigen Dinge darauf geachtet wird, dass sie nachhaltig sind, hat Yoga auf jeden Fall das Potential, einen großen Beitrag auf die nachhaltige Entwicklung unseres Planeten zu nehmen.

Anna Souvignier: Mittlerweile kommt es auch in der breiteren Gesellschaft an, dass Yoga positiven Einfluss auf die körperliche sowie die mentale Gesundheit hat. Daher gehört die Yogaindustrie zu den mit am stärksten wachsenden Industrien: 2020 wird die Yogaindustrie in den USA Einnahmen in Höhe von knapp 12 Milliarden Dollar generieren.
2018 haben bereits in Deutschland über 9 Millionen Menschen Yoga praktiziert. Wenn man  darüber nachdenkt, dass jeder zum Praktizieren früher oder später eine neue Yogamatte benötigt, ergibt dass 9 Millionen Yogamatten, bei denen sich niemand darum kümmert, dass diese am Ende ihres Nutzens verantwortungsvoll recycelt werden. Ein Teil dieser Plastikflut an Yogamatten endet so womöglich als Müll in unserer Umwelt.

Ihr möchtet Plastikmüll  reduzieren und bewussten Konsum fördern. Wie funktioniert das bei euch?
Sophie Zepnik: Wir nutzen für unsere Closed-loop Yogamatten beispielsweise Reste der Schaumindustrie. Diese werden recycelt und wir können unsere Yogmatten produzieren. Ein Kilogramm Schaumstoff-Reste findet neues Leben in einer hejhej-mat. Am Ende des Produktlebenszyklus sind unsere Yogamatten zu 100% wieder recycelbar und neue Matten können daraus entstehen. Hier ist aber der Nutzer gefragt, denn dieser muss das Angebot nutzen und uns die gebrauchte Yogamatte am Ende wieder zukommen lassen, sonst geht der Sinn des Recycelns verloren. Wir empfehlen nur dann eine neue Yogamatte zu kaufen, wenn sie wirklich gebraucht wird und regen den Nutzer an, ein Produkt so lange wie möglich zu nutzen.

Inwiefern achtet Ihr bei Eurer Produktion auf die soziale Gerechtigkeit?
Sophie Zepnik: Uns war es sehr wichtig, dass wir in Deutschland produzieren. Unsere Yogamatten werden  in der Nähe von Nürnberg produziert und in Nürnberg werden dann die Logos aufgenäht. Wir arbeiten in Kooperation mit einer Werkstätte für Menschen mit Handicap. Dort werden die Matten auch gelagert, verpackt und verschickt. Unsere Yogataschen werden komplett hier in Nürnberg produziert – auch wieder gemeinsam mit einer Werkstätte für Menschen mit Handicap. Wir wollen die Transportwege so kurz wie möglich halten und hohe Arbeitsstandards sicherstellen. Wir sind selbst bei jeder Produktion dabei, können alles hautnah mitbekommen und selbst mitproduzieren. Nur so können wir Qualität und Nachhaltigkeit garantieren.

Zur Person:

Gründerinnen hejhejmats

 

 

 

 

Anna Souvignier und Sophie Zepnik sind leidenschaftliche Yogis und wollen die Welt nachhaltiger gestalten. Inspiriert durch den gemeinsamen Master im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement in Schweden gründeten sie Ihr Start-Up hejhej-mats.