Werde Magazin - Glossar der guten Zukunft - Plastikmüll

Eine Flotte gegen Plastikmüll

Dem Hochseesegler Günther Bonin ging ein immer offensichtlicheres Problem an die Substanz: Plastikmüll! Also gründete er den Verein „One Earth – One Ocean“, eine Art maritime Müllabführ. Ein Werde-Organisationstipp.

Werde Magazin - Glossar der guten Zukunft - Plastikmüll

Geschätzt 150 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben auf den Weltmeeren. Sie gefährden Fische, Schildkröten, Vögel und Meeressäuger und landen schließlich als Mikroplastik auch im Körper des Menschen.

Deshalb gründete der IT-Unternehmer Günther Bonin, 62, die als „maritime Müllabfuhr“ gedachte Umweltorganisation „One Earth – One Ocean e. V.“ (OEOO). Er versammelte ein Team aus Meeresbiologen, Schiffsbauern und Ingenieuren um sich. Dann gewann er einen Werftbesitzer für seine Ideen. Und begann mit dem Bau einer Flotte eigens zur Plastikmüllsammlung konstruierter, durch Wind- und Solarenergie betriebener Schiffe.

Dazu gehören der kleine, für Binnengewässer geeignete „Seehamster“, die küstentaugliche, vollautomatisch operierende „Seekuh“ und demnächst hoffentlich der „Seefarmer“ und der „Seeelefant“. Die beiden kleineren Boote mit ihren Fangnetzen wurden als Müllsammler konstruiert. Doch OEOO denkt schon jetzt über diesen unmittelbaren und ersten Zweck hinaus.

Denn der „Seefarmer“ soll eines Tages die von den „Seekuh“-Booten abgegebenen plastikgefüllten Netze einsammeln und zu dem als schwimmende Recyclingfabrik arbeitenden „Seeelefanten“ transportieren.
Recycling bedeutet hier: Aus einer Tonne Plastikmüll könnten circa 900 Liter schwefelfreies Öl gewonnen und für die Betankung von Hochseeschiffen verwendet werden.

Inzwischen hat die „Seekuh“ auch ihren ersten Einsatz in internationalen Gewässern hinter sich – ihre Arbeit in der Bucht von Hongkong war zugleich ein gelungener Einsatz gegen den Meeresmüll und eine eindrucksvolle Werbung in eigener Sache.