Werde-Magazin_Normandie

Sechs Fragen zur Permakultur

Perrine und Charles Herve-Gruyer geht es gut, trotz mehr als 70 Wochenstunden Arbeit. Sie leben ihren Traum in der Normandie und zeigen, wie das Prinzip Permakultur aktuelle Krisen bewältigen könnte. Wir haben Ihnen 6 Fragen zum Thema Permakultur gestellt.

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In vielen Gegenden Afrikas, Asiens und Südamerikas ist durch die globale Erwärmung und den Raubbau an den Regenwäldern der Boden ausgelaugt. Könnten die Prinzipien der Permakultur den Bauern dort helfen?
Ja! Durch die dichte Bepflanzung des Bodens verdunstet weniger Wasser. Die Boden liefern auch dann gute Ernten, wenn die Natur mit Hitze und andauernder Trockenheit hart zuschlägt, so wie bei uns im vergangenen Sommer. Experten rechnen mit vielen Klimaflüchtlingen in den kommenden Jahrzehnten. Mit den Anbaumethoden der Permakultur können wir den Menschen in ihren Herkunftsländern helfen.

Was können konventionell wirtschaftende Bauern von Ihnen lernen?
Unsere große Gemeinsamkeit ist der Boden. Herkömmliche Betriebe sollten wie wir aufs Pflügen verzichten, um das Bodenleben nicht zu beeinträchtigen, und sie sollten mehr Vielfalt auf den Feldern anpflanzen. Das wurde die Fruchtbarkeit fördern.

Welche Prinzipien der Permakultur können Hobbygärtner anwenden?
Auf die Kombinationen der Pflanzen achten: Erdbeeren und Fenchel gedeihen in der Regel gut zusammen, ebenso wie Tomaten und Basilikum.

Permakultur ist nicht nur etwas für die Landwirtschaft, sagen Sie. Wo wird die Methode noch angewendet?
Zum Beispiel in der Kreislaufwirtschaft. Denn dort gilt wie in der Natur: Die Abfalle des einen sind die Ressourcen des anderen.

Welchen Vorteil hätte es, Unternehmen nach den Prinzipien der Permakultur zu gestalten?
Hier wäre der Grundsatz entscheidend, dass alle Elemente, also alle Mitarbeiter, mehrere Funktionen haben. Das würde vermutlich zu einer größeren Zufriedenheit führen. Aber es wäre wahrscheinlich auch anstrengender. Die Mitarbeiter bräuchten mehr Wissen, um sich mehr Einblick in die anderen Abteilungen verschaffen zu können. Damit sich alle als Teil des Ganzen verstehen können, wäre jeder Einzelne stärker gefragt, auch über sein Spezialgebiet hinaus.

Wenden Sie die Grundsätze der Permakultur auch in Ihrem Familienleben an?
Ja, das machen wir. Wir vermitteln unseren Kindern bestimmte Werte. Zum Beispiel einen sparsamen Umgang mit den Ressourcen. Wenn sie einen tropfenden Wasserhahn bemerken, drehen sie ihn zu. Außerdem ist unsere Kleidung secondhand.