Einen Gartenteich selbst anlegen

Ein Gartenteich ist schön und voller Leben. So legt man ihn selbst an.

Teichformen und Zonen

Ein sonniger Gartenteil, möglichst am tiefsten Punkt des Geländes und eher zwanzig als zwölf Quadratmeter in der Grundfläche, ist ein guter Platz dafür. Die Außenform des Teichs richtet sich nach der Gestalt des ganzen Gartens. Wichtig ist auch die spätere Wassertiefe: 80 cm lichte Wassersäule auf mindestens einem Quadratmeter Grundfläche.

Was im Winter nur selten durchfriert, wirkt im Sommer wie eine Kühlzelle. Bewährt haben sich drei unterschiedlich tiefe Zonen: Die tiefste ist der Teichgrund im Zentrum, umgeben von einem umlaufenden Plateau ca. 40–60 cm unter der Teichoberfläche. Den Abschluss bildet eine flache, ebenfalls umlaufende Zone, bis 20 cm unter dem Wasserspiegel. Für einen guten Blick in die dunklen Urgründe unseres Teichs sollte die Tiefwasserzone nahe dem Sitzplatz sein.

 

Seerosen und andere Schönheiten

Weniger ist mehr. Bei günstigen Witterungsbedingungen kommt es ab etwa dem dritten Jahr meist zu einer Art „Explosion“ des Pflanzenlebens. Es wächst und wuchert heftig drauflos. Wer auch später noch den Wasserspiegel sehen will, sollte sich anfangs bei der Artenwahl und der Pflanzenmenge zurückhalten. Von innen nach außen betrachtet gibt es drei Pflanzzonen: die Tiefwasserzone ab etwa 60 cm Tiefe.

Die Flachwasserzone ab etwa 20 cm Tiefe und die Ufer- und Sumpfzone. Arten, die frei auf oder unter Wasser schwimmen, siedeln in allen drei Zonen. Die Pflanzenauswahl verlangt einige Recherche und Beratung. Dabei sollten wir uns von biologischen Kriterien wie Laichpflanzen oder Sauerstoffproduzenten ebenso leiten lassen wie von ästhetischen Ansprüchen an Blütezeit und Farbe, Wuchshöhe und Blattform.

 

Ausheben und aufbauen

Ein naturnaher Teich aus gestampftem Ton ist zwar reizvoll und womöglich ökologisch korrekter, sein anspruchsvoller Bau sollte dem Fachmann überlassen bleiben. Einfacher geht das Arbeiten mit Teichfolie, 1 mm stark, schwarz oder grün. Als Erstes wird zum Schutz gegen spitze Steine im Untergrund ein Teichvlies gelegt oder eine dünne Schicht Sand aufgebracht. Die möglichst aus einem Stück bestehende, recht schwere Folie sollte am besten zu zweit eingebaut werden. Bei warmem Wetter ist sie weicher und anschmiegsamer, insbesondere an Stellen, die stärker umgeschlagen und gefaltet werden müssen.

Der Aufbau über der Folie ist in vielen Varianten denkbar. Unsere Empfehlung: auf die waagerechten Horizonte eine Lage von 3–5 cm Sand bringen, mit eingestreuten Lehminseln für Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf. Darauf partienweise Steinsplitt (keinen Kalk) oder kleinkörnigen Kies in mehreren Korngrößen. Die senkrechten Folienwände, insbesondere am Übergang zwischen Teichoberfläche und Gartenboden, können mit Steinbrocken bedeckt werden.

 

Im Gartenteich wird es lebendig

Ein vitaler Teich braucht Sauerstoff. Der wird insbesondere von den wuchernden, frei schwimmenden und zumeist völlig unscheinbaren Unterwasserpflanzen produziert. Dazu gehören: Tausendblatt (Myriophyllum spec.), Wasserfeder (Hottonia palustris), Nadelsimse (Eleocharis acicularis), Hornblatt (Ceratophyllum demersum) und Wasserpest (Elodea canadensis). Die meisten dieser Pflanzen dienen darüber hinaus Frosch- und Schwanzlurchen als Laichkraut.

Weil sie überzählige Nährstoffe aufnehmen, dämmen sie die in kleinen Gewässern stets drohende Algenvermehrung nachhaltig und auf natürlichem Weg ein. Fischen wir die Algen mithilfe eines Keschers regelmäßig ab, bildet sich mit etwas Geduld eine halbwegs stabile Pflanzen-Tier-Gemeinschaft.

Text: Ralf Lilienthal 

Illustration: Alina Günter

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