Mit diesen Tipps kannst du selbst einen Kompost anlegen

Einen Kompost anlegen ist nicht kompliziert, aber es gibt ein paar Dinge zu beachten. Die Expertin und Autorin Martina Kolarek gibt Tipps zur richtigen Jahreszeiten und den verschiedenen Schichten.

Einen Kompost anlegen: Das ist wichtig

Die gesammelten Materialien an einem Tag schichtweise aufsetzen. Gesteinsmehl und einen selbst hergestellten Kräuterextrakt zugegeben. Dabei ist das schnelle und richtige Zusammensetzen aller Materialien wichtig, weil der Kompost nur dann die notwendige Hitze erreichen kann. Wer es zum ersten Mal macht, sollte sich noch genau an die Anleitung halten. Wer bereits verstanden hat, worauf es beim Kompostieren ankommt, kann den Prozess auch vereinfachen.

Ein Kubikmeter Pflanzenreste

Für einen Heißkompost benötigt man mindestens einen Kubikmeter nicht zerkleinerte Garten- und Küchenreste. Aus dem Garten etwa Pflanzenabschnitte, Zweige, Äste, wenig Laub sowie aus der Küche rohe Gemüse- und Obstreste, Kaffee- und Teesatz. Das bekommt ein Gartenhaushalt in einem Jahr zusammen. Auch Kuh- und Pferdemist und kompostierbare Materialien können in den Kompost.

Kompost bauen: Was man benötigt

  • einen geeigneten Sammelbehälter für die Küchenreste
  • Gesteinsmehle
  • Kräuterextrakt
  • Dämmstoffe aus Naturfasern

Schichten für den Kompost aufbauen

Eine Kompostschicht kann aus bis zu neun Materialien bestehen. Darunter Gartenreste, Küchenreste, außerdem Holz, Kuh- oder Pferdemist und andere kompostierbare Produkte. Die Küchenreste sind wichtig für die Nährstoffe, die Gartenreste für die Struktur im Kompost.

Schichten anlegen: So funktioniert’s

Die Materialien zerkleinern, nacheinander schichten und dabei gleich mit den anderen Materialien vermischen. Hinzu kommen die Gesteinsmehle, der Kräuterextrakt und etwas Gartenerde. Wichtig ist, dass die Materialien gut zerkleinert, gemischt und gegossen werden. Denn die Zusammensetzung und der richtige Luft- und Wassergehalt sind entscheidend für die Qualität des Komposts. Wer einmal selbst einen Kompost aufbaut, bekommt sehr schnell ein Gefühl für die richtigen Verhältnisse.

Kompost bauen: So lange dauert’s

Der fertige Kompost ist etwa 1 bis 1,5 Meter hoch. Spätestens nach zwei Tagen wird er heiß. Er sollte zwischen 60 und 65 Grad haben. Nach drei bis acht Tagen können die Dämmstoffe entfernt werden und der Kompost kühlt ab. Die Hitze entsteht allein dadurch, dass die Mikroorganismen aktiv werden, sich explosionsartig vermehren und die organischen Substanzen schneller abbauen.

Das machen sie allerdings nur, wenn sie optimale Lebensbedingungen vorfinden, also genug Nahrung, Wasser, Luft und Raum. Und sie sind die Nahrungsgrundlage für die anderen Bodenorganismen, die danach in den Kompost einwandern und den Boden wieder für uns aufbauen. Bestimmte Kräuter können diesen Prozess positiv beeinflussen. Kompostieren ist kein Geheimnis, es ist eine Kunst.

Jahreszeit: Kompost im Winter oder im Sommer?

Wird der Heißkompost im Sommer angelegt, ist er etwa nach drei Monaten fertig. Im Winter dauert es rund sechs Monate. Ein Heißkompost hat gegenüber einem herkömmlichen Gartenkompost oder einem industriellen Kompost Vorteile: Er muss nicht umgesetzt werden, es wird kein Ungeziefer angezogen und er kann auch an jedem Standort aufgebaut werden. Das ist insbesondere wichtig für die Kompostierung der Küchenreste und spart Arbeit, Zeit und Platz.

Zur Person
Dipl.-Ing. Martina Kolarek ist Sachverständige für Landwirtschaftliche Bodenkunde und Nachhaltige Ernährung. Sie ist Biochemikerin und hat Angewandte Ökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert. Sie zeigt in ihren Workshops, wie guter Kompost entsteht.

„Die Boden schafft“ in Berlin ist eine junge Initiative für eine neue Bodenkultur und Wissenschaft, die Workshops auch zum Kompostieren anbietet.

Buchtipp
Kompostieren! Biologisch, einfach, schnell“, Martina Kolarek, erschienen im Ulmer Verlag.

Text: Susanne Siebel
Foto: Kristin Hensel, Martina Kolarek

Entdecke die neue Ausgabe

Die aktuelle Ausgabe nimmt uns mit auf Wege zu nachhaltigem Leben und kreativen Ideen, die Sinn stiften.

Wir begleiten Maria Giménez, die mit regenerativer Landwirtschaft in Brandenburg für eine bessere Welt aktiv wird.

Im Wendland belebt ein Künstlerpaar ein altes Sägewerk zu einem Ort für Kunst und Kultur.

Dazu Interviews mit Giulia Enders über unsere innere Welt und Aurora Robson, die aus Plastik Kunstwerke schafft. Plus: Reportagen über Fermentation, eine autoarme Stadt und inspirierende Lebensentwürfe.

Heftvorschau öffnen

Weitere Artikel

Rittersporn trägt klangvolle Namen wie Morgentau und Augenweide und leuchtet wie Juwelen. Für den Gärtner Wolfgang Kautz sind die prächtigen Sommerstauden die Melodie seines Lebens....
Eveline Hauser mochte schon als Hirtin auf der Alp jedes einzelne Tier. Heute betreibt sie einen eigenen Berghof....
Die Illustratorin Katie Scott verbringt viele Stunden in botanischen Gärten und Gewächshäusern...
Familie Lanfranchi lebt im Tempo der Natur und baut auf 10 Hektar Land Lebensmittel an...
Der Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung von gesundem Boden sind das Wichtigste, findet Landwirtin Franziska Dörr....
Am Bodensee baut Eva Maria Walle Arznei-, Gewürz- und Aromapflanzen an und berät Landwirte auf der halben Welt, wie Wildpflanzen in Gärten gedeihen können....