Besser leben mit mehr Recycling und ohne Müll

Besser leben mit Recycling

Der Begriff Zero Waste gehört längst zum Alltag. Der Italiener Rossano Ercolini verfolgt das Konzept seit fast 25 Jahren. Heute berät der Aktivist große Städte in ganz Europa in Sachen Recycling und Müll.

Rossano Ercolini bückt sich und greift nach einer zerknitterten Plastikflasche, die auf dem Rathausplatz in Capannori liegt, einer 50.000 Einwohner zählenden Stadt in der Toskana. Der Mitte 60-Jährige ist kein Rentner, der mit weggeworfenen Pfandflaschen sein Budget aufbessert. Doch das Recycling von Müll ist Ercolinis Herzensanliegen.

Seit mehr als zwanzig Jahren gelingt es ihm, Menschen zum Mitmachen zu bewegen: Er hat bewirkt, dass die Bevölkerung von rund 300 italienischen Gemeinden durchschnittlich 80 bis 95 Prozent ihrer Haushaltsabfälle fürs Recycling vorsortiert. Zum Vergleich: Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei rund 65 Prozent. Doch nicht nur das: Es ist entscheidend auf sein Wirken zurückzuführen, dass das Trennen von Abfall und Recycling mittlerweile europaweit zum guten Ton gehört.

„Ich wollte verhindern, dass eine Müllverbrennungsanlage in der Nähe der Schule entsteht. Denn ich bangte um die Gesundheit meiner Schüler.“

Besser leben mit Recycling und ohne Müll

In einem Café gegenüber dem Rathaus legt der Italiener die gefundene Plastikflasche auf ein Tischchen. „Die Flasche ist eine wertvolle Ressource“, er schaut seinem Gegenüber gerade in die Augen und zieht die Brauen hoch. „Wenn wir Glas, Karton, Plastik und organische Abfälle getrennt entsorgen, können wir sie weiter nutzen. Wenn wir aber alles zusammen wegschmeißen, erzeugen wir Müll.“

Diese Gleichungen versteht jeder. Ercolini ist Grundschullehrer. Er wird nicht müde zu erklären, dass wir durch die Entsorgung von Müll Treibhausgase freisetzen und Ressourcen verschwenden, die obendrein immer knapper werden.

Ercolinis Engagement ist eine Erfolgsgeschichte, die mit einer Protestaktion im Jahr 1996 begann. Die Regionalregierung der Provinz Lucca hatte den Bau von zwei Müllverbrennungsanlagen beschlossen. „Ich wollte das verhindern, denn ich bangte um die Gesundheit meiner Schüler“, sagt der Aktivist und nippt vorsichtig an seinem Espresso. „Eine der Anlagen sollte in der Nähe der Schule entstehen.“

Es gelang ihm, die breite Öffentlichkeit zu den Risiken der Verbrennungsanlage zu informieren und zu überzeugen. Die Regierung zog ihre Pläne zurück, die Verbrennungsanlage wurde nicht gebaut?

Wohin mit dem Müll?

Auch bei einem Müllmann wird Ercolini seine gefundene Flasche nicht los. In einer Wohngegend in der Nähe des Cafés sammelt Daniele Pellegrini an diesem Tag kein Plastik, sondern Glas ein. Er fährt den kleinen Müllwagen selbst, der umweltschonend mit Erdgas betrieben wird.

Pellegrini hebt den Deckel einer Mülltonne. „Wenn ich merke, dass die Flaschen und Gläser nicht sauber sind, sich Restmüll oder Plastik in der Tonne befinden, lasse ich den Abfall stehen.“ Er klebt dann einen Schriftzug darauf mit den Worten: Achtung: Das Material ist nicht korrekt getrennt. „Das kommt aber nicht oft vor“, sagt er.

„Je sauberer das Plastik, Papier oder Glas, desto hochwertiger das Rezyklat“, erklärt Ercolini. „Pizzakartons beispielsweise gehören eher in den Restmüll, weil sie meist sehr fettig sind.“ Von Beginn an haben die Menschen in Capannori die Mülltrennung ernst genommen. „Es kam gut an, dass wir nicht nur Nein gesagt haben“, erinnert sich der Zero-Waste-Pionier, „sondern Alternativen zur Müllverbrennung lieferten.“ Und die setzen bei der Reduktion des Restmülls an.

„Unser Ziel ist es, Kunststoffe noch vollständiger zu vermeiden, alles andere sind nur Übergangslösungen“

Auch in den wenigen Wohnblöcken Capannoris gibt es keine allgemeinen Container mehr, stattdessen stellt jede Wohneinheit ihre eigenen Tüten und Tonnen auf die Straße. „Die Menschen fühlen sich so stärker für ihren Abfall verantwortlich und sortieren besser“, sagt Ercolini. Er hat dieses System als Interimsmanager der Müllabfuhr eingeführt.

Für diese Aufgabe hatte er sich von seiner Stelle als Grundschullehrer ein Jahr lang beurlauben lassen. „In erster Linie ist es dieses Sammelsystem, das dazu beiträgt, so viel Müll zu verwerten“, berichtet er. „Unseren Wertstoffmüll, Plastik, Aluminium, Eisen, Stahl, verkaufen wir für 140 Euro pro Tonne an das nationale Verpackungskonsortium, das einen großen Anteil davon für Recycling verwendet.“

Doch selbst Plastik aus Capannori wird manchmal zur Energiegewinnung verbrannt. „Plastik ist unser großes Problem“, sagt Ercolini. „Unser Ziel ist es, Kunststoffe noch vollständiger zu vermeiden, alles andere sind nur Übergangslösungen.“ Bei Papier klappt die Recycling viel besser: Die Papiermühlen der Umgebung können das gesamte Altpapier gebrauchen.

Müllabfuhr beim Müll abholen

Empfang mit Barack Obama

Eine zweite wichtige Maßnahme: Ercolini untersucht stichprobenartig die Restmülltonnen. „Screening“, nennt er das. Darin findet er Unmengen an Windeln. Obwohl die Stadtverwaltung den Kauf von Stoffwindeln bezuschusst, wickeln auch in Capannori die meisten Eltern ihre Babys in Wegwerfwindeln.

Doch Ercolini ist bereits mit den Betreibern der weltweit ersten Windel-Recyclinganlage in der norditalienischen Stadt Treviso im Gespräch. In den Schulferien, wenn er nicht unterrichtet, berät Ercolini längst auch andere Gemeinden, er war schon als Berater in Istanbul und Beirut.

Selbst in Neapel ist seine Expertise gefragt: Jahrzehntelang verhinderte dort die Camorra zusammen mit korrupten Politikern einen funktionierenden Umgang mit dem Müll. Häuften sich die Abfälle auf Bürgersteigen und Straßen, holten die Clans den Müll gegen horrende Preise ab und karrten ihn auf illegale Deponien.

Mit Ercolinis Unterstützung glückt es nun, Stück für Stück mehr Mülltrennung durchzusetzen. „Ich habe keine Frau und keine Kinder“, sagt er mit seinem breiten Lachen, „und kann fast meine gesamte Zeit investieren.“

Altglas

Besser leben mit Recycling und ohne Müll

Für sein Engagement wurde der Italiener 2013 mit dem Goldman Environmental Prize, einem renommierten Umweltschutzpreis, geehrt. In diesem Rahmen fand ein Empfang mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama statt. „Uns Preisträgern wurde gesagt, dass wir uns formal kleiden sollten“, erzählt Ercolini. Er stellt sich gerade hin und macht eine erste Miene. „Ich trug also ausnahmsweise Anzug und Krawatte, als Obama mir die Hand schüttelte.“

Es ist ihm anzumerken, dass er sich sehr über diese Anerkennung gefreut hat. Wichtiger als der Dresscode ist ihm aber, dass seine Hosen und Jacken kein Plastik enthalten, das in Mikropartikeln beim Waschen entweicht und mit dem geklärten Abwasser in Flüsse und Seen gelangt.

Weniger Müll in Paris

Auf Ercolinis Wirken hin unterzeichnete die Stadtverwaltung von Capannori bereits 2007 als erste Stadt Europas die Zero-Waste-Strategie und verpflichtete sich somit, Standards wie eine konsequente Müllsortierung einzuhalten.

Mit der Stadt Kiel, die der Italiener zurzeit unterstützt, erarbeitet nun auch hierzulande erstmals eine Gemeinde einen Plan, um sich der Zero-Waste-Initiative anzuschließen. Seit Ende 2018 berät die Bewegung auch ein Projekt in Paris, bei dem rund 6000 Privatpersonen sowie Betreiber und Betreiberinnen von etwas mehr als 100 kleinen Unternehmen erproben, wie Müllreduktion und Recycling in der französischen Hauptstadt funktionieren könnte. Dort fällt besonders viel Restmüll an, er macht 80 Prozent des gesamten Abfalls aus. Der europaweite Durchschnitt liegt bei 60 Prozent.

 „Wichtig war es uns, auf die Wünsche der Anwohner zu reagieren und aus ihren Erfahrungen zu schöpfen“

Léa Vasa, Bezirksrätin im 10. Arrondissement, hat das Projekt „Rue Zero Déchet“ (übersetzt: Zero-Waste-Straße) ins Leben gerufen. Mit einem Bündel von Maßnahmen für die Pariser Bezirke, bei denen Zero Waste eine Hauptrolle spielt, möchte sie einen Beitrag zum Klimaplan liefern. Den hat die französische Regierung 2007 ausgerufen. „Wichtig war es uns, auf die Wünsche der Anwohner zu reagieren und aus ihren Erfahrungen zu schöpfen“, sagt sie. „So konnte es gelingen, dass das Viertel innerhalb eines Jahres seine Restmüllmenge um 17 Prozent reduzierte.“

Kochen, was andere wegwerfen

Die Menschen sortieren ihren Müll nun konsequenter. Zugleich schrumpfte auch die Müllmenge in der Wertstofftonne um knapp fünf Prozent. Insgesamt wurden im Laufe des letzten Jahres mehr als 100.000 Kilogramm Müll komplett vermieden. „Früher haben Menschen im Rathaus angerufen, weil sie sich über die Müllabfuhr beschweren wollten, die nicht pünktlich kam“, erzählt Vasa. „Heute melden sich die Anwohner, um bei unserem Projekt mitzumachen.“

Bürgermeister von Capannori
Solardach auf dem Rathaus
Eine der Ersten war Vittoria Romain. In ihrem kleinen Restaurant Manicaretti in der Rue de Paradis steht sie an einem Wochentag um 10.30 Uhr am Herd und schneidet Blumenkohlstrünke klein. Was andere Köche und Köchinnen wegwerfen, wird bei ihr gekocht und passiert zu einer leckeren Zutat für die Tagessuppe.

Das Brot vom Vortag dient gegrillt und eingeweicht in selbst gemachter Mandelmilch zum Andicken einer Schokoladencreme. „Ich verwende nur Reste, bei denen die Nährstoffe erhalten sind und die schmecken“, erklärt Romain. „Seit der Eröffnung meines Restaurants vor mehr als drei Jahren achte ich darauf, ein paar Regeln zur Müllvermeidung zu befolgen.“ Auch das ist Recycling.

„Mir macht der Austausch Mut. Ich merke, dass wir als Gesellschaft unterwegs sind“

Ihre Erfahrungen nutzen nun auch andere Restaurantbetreiber. „Obst und Gemüse bekomme ich in Paletten aus Holz und Plastik geliefert, die Verpackungen gebe ich den Zulieferern wieder mit, damit sie sie erneut verwenden.“ In Workshops, die die Bezirksverwaltung im Rahmen des Projekts organisiert, erzählt Romain davon. „Mir macht der Austausch Mut“, sagt sie. „Ich merke, dass wir als Gesellschaft unterwegs sind.“

Längst hat sie auch ihre Kunden und Kundinnen mit ins Boot geholt. Ab 12.30 belebt sich das Lokal, viele Gäste bleiben aber nicht, sondern nehmen ihr Essen mit ins Büro. „Im Schnitt bringen pro Tag 15 Personen ihre eigenen Mehrweg-Frischhalteboxen mit, Tendenz steigend“, beobachtet Romain. „Sie bekommen einen Preisnachlass von fünf Prozent.“ Bei der großen Portion, die 12 Euro kostet, sparen Müllvermeider täglich 60 Cent.

Ein Aperitif beim Komposter

Auch Jean-Claude und Élodie Seguis, die in der Nachbarschaft leben, mögen die Projektworkshops: Sie haben gelernt, Deo und Zahnpasta selbst zu machen und kaufen fast nur noch unverpackt ein.

Und sie geben eigenes Wissen weiter: In ihrer für Paris typischen kleinen Küche mit Wäscheleinen knapp unter der Decke, um auch diesen Platz auszunutzen, holt Élodie Seguis umweltfreundliche Baguette-Beutel hervor. Von Mitarbeitenden der Bezirksverwaltung bekam die Französin eine Nähmaschine gestellt. Damit zeigte sie Interessierten an einem Wochenende, wie das Recycling von alten Kopfkissenbezügen in umweltfreundliche Brotbeutel funktioniert.

Doch der ganze Stolz des Paares befindet sich im Hof: ein Container mit Dutzenden Regenwürmern. Sie ziehen die Gemüse- und Obstabfälle der Bewohner des vierstöckigen Hauses tief in den Container hinein. Sie fressen sie, verdauen und scheiden aus. Dabei entsteht wertvoller Kompost. „Damit er nicht zu feucht ist, geben wir auch Pappe hinzu, am besten eignen sich Eierkartons“, erzählt Jean-Claude Seguis. „Über den Komposter sind wir mit den anderen Hausbewohnern ins Gespräch gekommen. Manchmal gönnen wir uns hier im Hof neben den Würmern einen gemeinsamen Aperitif.“

Mann bemalt Fahrrad

Industrie in der Pflicht

Auch Rossano Ercolini weiß, dass es viel bringt, wenn sich eine Stadtverwaltung engagiert: „In Capannori gibt es Steuererleichterungen für die Betreiber von Supermärkten, wenn sie Produkte unverpackt anbieten.“

In seinem sogenannten Research Center, einer Halle, in der er die Ergebnisse von Forschungskooperationen ausstellt, knabbert er an einem Röhrchen. Das soll sowohl Einmalstrohhalme als auch Lollis, die in Plastik eingewickelt sind, ersetzen. „Wir müssen aber auch die Industrie in die Pflicht nehmen, damit sie bestimmte Produkte wie Kaffeekapseln, bei denen Recycling nicht möglich ist, vom Markt nimmt und Alternativen entwickelt.“

Die Flasche, die er am Morgen auf dem Rathausplatz gefunden hat, will er mit nach Hause nehmen und dort in einem kleinen Container für Plastikmüll entsorgen. Nur einmal im Jahr muss er ihn leeren lassen.

Besser leben mit Recycling und ohne Müll

Schwarz-Weis Bild von Élodie Seguis

 


Müll-Entstehung und Müll-Vermeidung

Keine Deponien, keine Verbrennung
Die europäische Initiative Zero Waste Europe ermutigt Städte und Kommunen dazu, sich zur Vermeidung von Restmüll zu verpflichten. Sie fördert den Infrastrukturwandel der lokalen Abfallwirtschaft, damit Deponien und Müllverbrennung der Geschichte angehören.

So sollen Städte und Kommunen eine Mülltrennung einführen, damit die Abfallströme schon am Entstehungsort sortiert werden können. Außerdem soll das Restmüllaufkommen schrittweise reduziert werden. Unter zerowasteeurope.eu gibt es Beispiele, Aktionen und Informationen rund um das Thema Müllvermeidung und Recycling. Präsident von Zero Waste Europe ist Rossano Ercolini, über den wir in dieser Reportage berichten.

Jedes Produkt hat eine Geschichte
Zehn Jahre ist Annie Leonard, amerikanische Kritikerin und Geschäftsführerin von Greenpeace USA, um die Welt gereist, um zu verstehen, wie unsere Stoffströme funktionieren. In ihrem animierten Internetvideo The Story of Stuff erklärt sie unsere linear gestaltete Materialwirtschaft und die damit verbundenen sozialen und ökologischen Folgen: Warum der wahre Preis der Produkte nicht dem Kaufpreis entspricht. Warum wir unseren eigenen Wert über unseren Konsum messen. Und warum Recycling längst nicht ausreicht. Die 2007 veröffentlichte Internet-Animation hat Utopia ins Deutsche übersetzt.

Alte Handys und wertvolle Rohstoffe
Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom liegen mehr als 120 Millionen alte Handys und Smartphones in deutschen Schubladen. Die Geräte haben wertvolle Rohstoffe auf engstem Raum vereint. Sie sollten deshalb zum Recycling gegeben werden. Verbraucherschützer rufen dazu auf, die ausrangierte Technik gemeinnützigen Organisationen zu spenden, wie NABU, BUND oder DUH. Wer keine Sammelstelle in der Nähe hat, kann sein Handy, wie alle anderen Elektrogeräte, am Recycling-Hof abgeben. Auch die meisten Mobilfunkgeschäfte nehmen alte Handys entgegen.

Wie unsere Wegwerfroutine entstand
In seinem Buch „Geschichte der Wegwerfgesellschaft“ zeigt der Professor für Technikgeschichte Wolfgang König, wie das Wegwerfen zu einer Routine geworden ist – von Wirtschaft und Konsumenten gemeinsam entwickelt.

Den Anfang bildeten um die Jahrhundertwende, nach amerikanischem Vorbild, Hygieneartikel wie Toilettenpapier, Windeln und Papiertaschentücher. Inzwischen enden aber auch neuwertige Produkte auf dem Müll. Wie diese Verhaltensweisen entstanden sind, entlarvt Buchautor König. Er diskutiert außerdem Möglichkeiten, die Wegwerfgesellschaft zu überwinden. Wolfgang König: „Geschichte der Wegwerfgesellschaft“, Franz Steiner Verlag.

Ein Liter Abfall im Jahr
Seit 2008 lebt die Französin Béa Johnson mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Kalifornien praktisch müllfrei. Sie alle produzieren nur noch ein Einmachglas voll Abfall im Jahr. Um das zu erreichen, befolgen sie die Grundsätze ablehnen, reduzieren, wiederverwenden, recyceln, kompostieren.

Béa Johnson gilt als Vorreiterin des Zero-Waste- Lifestyles und inspiriert weltweit eine große Gemeinschaft über ihren Blog. Ihr gleichnamiges Buch ist nun in deutscher Sprache erschienen. Hierin gibt sie auf sympathische Art viele praktische Ratschläge, die es ermöglichen, ohne Müll und mit Recycling zu leben. Béa Johnson: „Zero Waste Home. Glücklich leben ohne Müll!“, Ludwig (Hg.).

Verpackungsfrei einkaufen
In vielen Städten haben mittlerweile Unverpackt-Läden eröffnet. Im deutschsprachigen Raum werden sie vom Berufsverband Unverpackt e. V. vertreten, dessen Website unverpackt-verband.de die Geschäfte in einer Übersichtskarte anzeigt. Online gibt auch Orientierung. Auf dieser Karte können außerdem die Standorte von Umsonstläden, Büchertauschboxen und Repair-Cafés gefunden werden. Inzwischen entstehen auch spezielle Zero Waste Onlineshops, wie zerowasteladen.de. Sie halten den Versand so verpackungsarm und umweltfreundlich wie möglich.

Eingebautes„Kaputtgehdatum“
„Obsoleszenz“ ist der Fachbegriff dafür: Viele technische Geräte und auch andere Produkte gehen zu einem bestimmten – von Herstellern geplanten – Datum kaputt. Und für viele Geräte gibt es kein entsprechendes Ersatzteil. Oder sie lassen sich zum Reparieren schlichtweg nicht öffnen. So ein Produkt kann nur noch weggeworfen werden. Dagegen wehrt sich der Verein „Murks? Nein Danke!“ und setzt sich für eine kreislaufgeführte Haltbarkeit, optimale Nutzbarkeit und einfache Reparierbarkeit ein.

Plastiksparbuch mit über 300 Ideen
Das Plastiksparbuch von smarticular analysiert das Thema Plastik ausführlich: Wissenschaftlich fundiert werden unterschiedliche Plastikarten und ihre Zusatzstoffe erklärt oder eine Plastikmatrix zur Verfügbarkeit von Alternativen vorgestellt.

Der Praxisteil ist in die Lebensbereiche Wocheneinkauf, Küche, Ernährung, Körperpflege, Haushalt, Wäsche waschen, Kinder und Unterwegs gegliedert. Ganz praxisorientiert zeigt das Buch, was jeder mit einfachen Mitteln tun kann, um die Plastikflut einzudämmen und selbst Recycling zu betreiben. Plastiksparbuch, smarticular Verlag (Hrsg.)

 


Dieser Beitrag ist erschienen in Werde 01 / 2020
Text: Stephanie Eichler, Susi Lotz  Foto: Emanuel Herm